5 Gründe, warum ich mich für die Arbeit als Au-Pair entschieden habe

Ins Ausland zu gehen ist ja fast schon zur Normalität geworden. Wie verrückt das alles ist und warum man das Thema nicht normalisieren und herunterspielen sollte, darüber habe ich mir schon eine ganze Menge Gedanken gemacht, die ich bei Gelegenheit auch nochmal in einem Blogpost veröffentlichen werde. Warum ich als AuPair ins Ausland gegangen bin und wie ich über meine getroffenen Entscheidungen denke, darüber möchte ich heute sprechen:

  1. Sicherheit – spielt in meinem Alltag eine ganz wichtige Rolle. Ich weiß jeden Tag, wo ich schlafe. Ich weiß jeden Tag, wo ich arbeite. Und ich weiß jeden Tag, wie viel Geld ich am Ende der Woche zur Verfügung habe. Das alles gibt mir unglaublich viel Sicherheit. Im Gegensatz zum Work & Travel, was für viele erstmal eine ganze Spur abenteuerlicher klingt, habe ich Sicherheit und dennoch kommt das Abenteuer nicht zu kurz. Mir hat diese Sicherheit unglaublich stark dabei geholfen, mich einzuleben in Neuseeland und mir nimmt diese Sicherheit auch das Gefühl von Heimweh und Alleinsein. Ich weiß, dass mir eigentlich nichts zustoßen kann und ich nicht nachts unter einer Brücke schlafen muss, immer eine Mahlzeit zur Vefügung habe und einen sicheren Job mit einer Kündigungsfrist habe. Ich möchte Work & Travel gar nicht schlecht machen. Sicherlich schläft man nicht unter einer Brücke und ist gezwungen sein Essen aus Kostengründen einzuteilen. Aber man stellt sich immer diese Fragen, ständig: Wo schlafe ich ? Wo arbeite ich als nächstes? Bekomme ich einen Job? Reicht mein Geld? Diese Fragen würde ich mir zumindest immer stellen. Ich habe Sicherheit und die Gewissheit, dass selbst wenn mein Geld aufgebraucht ist, ich immer noch so viel essen kann wie ich will und ein Bett habe, für das ich nichts zahlen muss. Bildschirmfoto 2017-11-23 um 21.03.01 Quelle: Bild
  2. Sprache vertiefen – Mein Eindruck ist, dass man in einer Familie, vermutlich besser die Sprache lernt bzw. verbessert, als in einem Hostel mit Menschen aller Nationalitäten, die genauso gut/schlecht sprechen, wie man selber. Natürlich verbessert man zwangsläufig und langfristig seine sprachlichen Fähigkeiten, wenn man im Ausland unterwegs ist, unabhängig von den Leuten, die einen umgeben. Man ist halt gezwungen Englisch oder welche Sprache auch immer zu sprechen. Dennoch bin ich der Überzeugung, dass man sich durchaus intensiver damit befasst  und eine Familie der „bessere Lehrer“ ist. Natürlich geben mir die keinen Englischunterricht, aber sie können mir besser mit Wörtern aushelfen, mir besser Wörter erklären und ich kann mir Redewendungen und Aussprache abgucken. Denn Host-Familien sind Muttersprachler. Das ist einfach was anderes, als andere Reisende. Bildschirmfoto 2017-11-23 um 21.20.42.png Quelle: Bild
  3. Einblick in die Kultur des Landes – Dass Gastfamilien „bessere Lehrer“ sind trifft nicht nur auf die Sprache zu. Auch über die Kultur erfährt man sehr viel mehr, wenn man zu Einheimischen eine enge Verbindung aufbaut und deren Leben lebt. Man erfährt so viel über die Kultur, die Landschaft, das Leben und die kleine Dinge im Alltag, wie bei keinem anderen Auslandsaufenthalt. Es sind Menschen, die dich in ihr Leben lassen, dir ihre Traditionen zeigen und bereit sind ihre Kultur zu teilen und sich auch für deine interessieren. Klar kommt man auch als Backpacker mit Einheimischen in Kontakt, es sein denn man meidet sämtliche sozialen Kontakte und lebt in der Wildnis (was in Neuseeland problemlos möglich wäre 😀 ) und man kommt selbstverständlich auch mit viel mehr Leuten aus anderen Nationalitäten zusammen. Aber das ist nicht der Kern der Sache. Man baut keine tiefe Verbindung zu Einheimischen auf und man lebt nicht dessen Leben. Man lebt in deren Land und passt sich an ja. Aber man lebt nicht das „Kiwi-life“ 😉Bildschirmfoto 2017-11-23 um 21.28.27Quelle: Bild
  4. Eine zweite Familie – Die Voraussetzung ist natürlich, dass eine gewisse Harmonie herrscht und alle sich mögen. Das ist leider nicht immer gegeben und man muss auch ein bisschen Glück haben, dass alles so passt und stimmt, wie man sich das gewünscht und vorgestellt hat. Aber wenn der Deckel auf den Topf passt, findet man eine zweite Familie, nur halt am anderen Ende der Welt 🙂 Und ich muss sagen, ich habe die Jungs so unglaublich lieb gewonnen in so kurzer Zeit. Vor allem Jasper, den zweijährigen. Er hat innerhalb kürzester Zeit mein Herz erobert und ich befürchte ich muss ihn mit nach Hause nehmen, wenn ich Neuseeland verlasse. Generell die Familie ist toll, es passt einfach. Und für so ein Gefühl nehme ich gerne mehr Arbeit auf mich, als es zum Beispiel andere AuPairs haben. Aber es macht mich einfach glücklich, wenn wir zu dritt abends auf der Terrasse sitzen, ein Glas Wein trinken, uns über den Tag unterhalten, über Gott und die Welt, Neuseeland und Deutschland plaudern und einfach die Zeit zusammen genießen. Abi und Lauchlan und auch die Kinder geben mir so ein gutes Gefühl Teil ihrer Familie zu sein und ich weiß jetzt schon, dass mir der Abschied im Mai sehr sehr sehr schwer fallen wird! Bildschirmfoto 2017-11-23 um 21.34.55.png Quelle: Bild
  5. Die Möglichkeit, ganz viel über sich selber und fürs Leben zu lernen – Man kann nicht abstreiten, dass man das bei jeder Art von Auslandsaufenthalt tut. Was ich für mich sagen kann ist jedoch, dass ich bereits in dieser kurzen Zeit so viel über mich selber, mein Leben in Deutschland und allgemein über das Leben und die kleinen alltäglichen Dinge gelernt habe. Ich muss gestehen, zuhause habe ich noch ein bisschen im Hotel Papa und Oma gelebt. Klar, habe ich mich auch um Sachen gekümmert, aber erst hier lerne ich zu kochen, Wäsche zu waschen, einen Tagesablauf effizient zu planen. Wie man alles zeitlich unter einen Hut bekommt, ohne in Stress zu verfallen und wie viel mehr Zeit man für alles mit Kindern braucht. Wie man Konten eröffnet, Handwerker einweist, Autos in die Werkstatt bringt und alles vor Ort klärt und und und.. Sachen, die ich Zuhause nicht gemacht habe und für die es auch kein Notwendigkeit gab. Und ich weiß jetzt schon, wie ich später mein Leben leben will und wie ich es garantiert nicht tun werde/möchte. Zudem ist mein Respekt vor unserem Leben in Deutschland- einem Wohlfahrts- und Sozialsstaat – unglaublich gewachsen, wenn ich dieses Leben hier im Vergleich habe. Das klingt jetzt so, als wäre Neuseeland unterentwickelt. Ist es nicht. Nur anders. Und ich schätze Deutschland viel mehr als ich es vorher getan habe, bzw. ist mir erst bewusst geworden, wie gut wir es eigentlich haben!Bildschirmfoto 2017-11-23 um 21.47.28.png Quelle: Bild

 

Quelle: Titelbild

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