Auckland – Mount Eden

Eine Aktivität, die man auf jeden Fall bei gutem Wetter unternehmen sollte, ist ein Besuch auf dem Vulkan Mount Eden.

„Er ist ein zum Auckland Volcanic Field gehörender ruhender Vulkan, in dessen 196 Meter hohem Gipfel sich ein 50 Meter tiefer, grasbewachsener Krater befindet. Der Berg besteht aus drei in einer Reihe angeordneten Einzelkratern, die ihm eine ovale Form geben. Der letzte Ausbruch erfolgte vor 28.000 Jahren aus zwei Kratern. Der Berg befindet sich etwa fünf Kilometer südlich des Stadtzentrums und ist vom Vorort Mount Eden umgeben. Der Berg ist die höchste natürliche Erhebung von Auckland. Er erhielt seinen englischen Namen zu Ehren von George Eden, 1. Earl of Auckland.“ [Quelle: Wikipedia ]

Man kann relativ weit mit dem Auto vorfahren und ein Stück des Weges hinauf, was ich natürlich nur gemacht habe, weil ich Jasper dabei hatte 😉 Aber auch als Spaziergang eine schöne Strecke. Es gab dort tatsächlich jemanden, der die ganze Zeit mit seinem Fahrrad rauf- und runtergefahren ist. Warum man so etwas freiwillig macht ist mir ein Rätsel, aber die Option besteht natürlich auch 😉

Man hat auf jeden Fall eine fantastische Aussicht auf Auckland und den Skytower und ein schönes und bekanntes Fotomotiv 🙂 Aber seht selbst…

Das Wetter hätte zwar noch besser sein können, die Sonne hat tatsächlich geschienen, was man jetzt auf den Bildern leider nicht so sieht, aber es ist auf jeden Fall einen Ausflug wert 🙂

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Let’s talk about: fremde Kinder „erziehen“

An sich ist „Au-pair sein“ ja eine gute Sache, aber was tun, wenn die Kinder einfach nicht gehorchen?

Mit dieser Frage musste ich mich vor allem die ersten Tage und Wochen auseinandersetzen. Es ist nicht so, dass ich nicht weiß wie ich mit Kindern umzugehen habe, sonst hätte ich wahrscheinlich auch kein Au-Pair Aufenthalt gewählt, aber fremde Kinder zu erziehen ist nicht die leichteste Aufgabe.

Das Hauptproblem war, dass meine Host-Familie grade von einer vierwöchigen Europareise wiedergekommen ist. Ein ganzer Monat Urlaub ist schon für einen Erwachsenen eine lange Zeit. Aber für ein Kind? Das müssen gefühlte Jahre sein. Jahre voller Süßigkeiten, voller Aktivitäten wie Legoland, Aquarium und Tierparks, Mama und Papa rund um die Uhr da, Filme über Filme im Flugzeug, spät ins Bett, lange ausschlafen und jede Menge Restaurants. Inklusive Jetlag dann wieder in den Alltag zurückzufinden ist nicht leicht: ein neues AuPair, eine tägliche Routine, Kindergarten, Mama und Papa nicht da, früh aufstehen, früh schlafen gehen, wenige Süßigkeiten, kaum TV. Fast als würde man aus einem wunderschönen Traum aufwachen und das komplette Gegenteil des Traumes in der Realität leben. Aber Alternativen gibt es nicht wirklich..

Wie soll dann ein fremdes und neues AuPair auch nur ansatzweise respektiert werden?

Die ersten Wochen waren wirklich hart für mich. Auch wenn sie einem so viel Liebe und Zuneigung schenken und zwischendrin immer ihre süßen Momente haben, in denen man ihnen alles verzeiht, bin ich wirklich an meine Grenzen gekommen. Sich als Aupair durchzusetzen ist wirklich nicht leicht. Für ihre Eltern haben sie unendliche Liebe, wenn diese schimpfen, Spielzeug wegnehmen, oder aufs Zimmer schicken, ist im nächsten Moment alles wieder vergeben. Aber wenn eine fremde Person das macht? Die ist dann ja mal gleich ganz von der Beliebtheitsskala abgerutscht. Seine eigenen Werte durchzusetzen, die Regeln der Eltern zu befolgen und sich gleichzeitig nicht unbeliebt zu machen und respektiert zu werden ist wahrhaftig ein Balanceakt.

Ich möchte jetzt keine Erziehungstipps geben, aber hier sind meine 3 persönlichen Herangehensweisen, wie ich es geschafft haben, diesen Balanceakt die ersten Wochen durchzustehen und langsam aber sicher den Respekt der Kinder und ihr gutes Benehmen verdiene..

  1. Ignorieren – Im Grunde waren alle Dinge, die die Jungs (bzw. eher der Ältere) getan haben, bei denen sie ganz genau wissen, dass sie das nicht dürfen, nur ein Schrei nach Aufmerksamkeit. Dazu gehören dann zum Beispiel: Spielzeug durch die Gegend werden, den Bruder schlagen, gegen die Türen treten (die sind längst nicht so stabil wie zuhause und das sieht man ihnen auch an), aus Wut Unordnung schaffen und den kompletten Kleiderschrank leerfegen, das Essen auf den Boden schmeißen, die Autoschlüssel klauen und sich ins Auto auf den Fahrersitz setzen,… Ich könnte die Liste jetzt noch endlos weiterführen, aber sonst bucht Oma mir einen Rückflug 😛 Worauf ich hinaus will: So schwer es auch ist, aber manchmal war es wirklich das Beste dieses Verhalten zu ignorieren (solange niemand ersthaft verletzt wurde natürlich). Denn wenn sie nicht die gewünschte Aufmerksamkeit bekommen haben oder merken, dass sie mich damit nicht provozieren, verlieren sie die Lust daran. Das war manchmal wirklich eine Geduldsprobe, das Chaos, das Verhalten, das Heulen, einfach alles zu ignorieren und abzuwarten.
  2. Aus einer Mücke einen Elefanten machen – natürlich nur bei positiven Sachen. Aber sobald sie zum Beispiel ihr Essen essen ohne Drama, alleine ihre Zähne putzen, ihr Spielzeug teilen, Bitte und Danke sagen und generell gutes Benehmen zeigen, dann habe ich gelobt, gelobt und gelobt. Ich habe wirklich eine riesige Sache aus den kleinen Dingen gemacht. Ihnen gesagt, was genau ich gut finde, warum ich das gut finde, den Jungs dafür Komplimente gemacht, sie geknuddelt und belohnt, um sie hauptsächlich zu animieren dieses gute Benehmen fortzusetzen oder zu wiederholen.
  3. Ein Druckmittel parat machen –  Vielleicht habe ich mir auch zu viel Druck gemacht und zu hohe Erwartungen an die Kinder gestellt, jedoch haben sogar die Eltern gesagt, dass die sich vor dem Urlaub definitiv nicht so sehr daneben benommen haben. Herausgekommen sind eine Tabelle, Sticker, Murmeln und zwei Gläser. Auf der Tabelle haben wir wesentliche Regeln festgehalten: Nicht schlagen, treten, beißen, kneifen, hauen, boxen, kratzen,.. Keine Schimpfwörter, ins Bett gehen ohne Drama und allgemein gutes Benehmen gegenüber dem Bruder, den Eltern und mir. Diese „Ziele“ mussten im Laufe des Tages erreicht werden und die Jungs bekommen dafür Sticker. Für generell gutes Benehmen oder Erfolge, wie zum Beispiel alleine anziehen, die Mahlzeiten aufessen, Spielzeuge wegräumen, etc. sammeln die beiden nun Murmeln in ihrem Glas. Sobald sie ihr Glas gefüllt haben, dürfen sie sich eine Aktivität aussuchen. Es ist wirklich hilfreich dieses Druckmittel in der Hand zu haben und sie mit dem Verdienst einer Murmel zu locken, oder eben auch dem „Nicht-Verdienst“ zu drohen. Zwischendrin immer mal wieder an die Murmel zu erinnern, kann auch nicht schaden.

Seitdem wir gemeinsam diese Dinge umsetzen, ist es wesentlich stressfreier und angenehmer. Die Jungs benehmen sich viel besser und wir hoffen, dass es bald auch ohne Sticker und Murmeln funktioniert. Natürlich ist es immer noch nervlich anstrengend für mich, man darf halt nicht vergessen, dass die Jungs erst zwei (fast drei) und vier einhalb Jahre alt sind und Kinder sind Kinder. Dennoch bin ich sehr zuversichtlich, dass ich einen ganz guten Job und mache und machen werde und mit bestem Wissen und Gewissen zwei fremde Kinder erziehe 🙂

monthly review: Oktober

Wow, ich kann nicht glauben, das mein erster Monat schon vorbei ist. Das ging so unglaublich schnell!! Zeit, die ersten Wochen nochmal Revue passieren zu lassen:

Erlebt:

Flug von Hamburg nach Sydney über Dubai und Hongkong. Fast 30 Stunden unterwegs, einmal an das andere Ende der Welt. Kommt mir vor, als wäre das schon vor Jahren geschehen und nicht erst vor ein paar Wochen. Wie mein Flug verlief und wie die Abschiedssituation für mich war, gibt es in diesem und diesem Post zu lesen.

Sydney. 4 1/2 Tage in dieser tollen Stadt. Und ich habe wirklich ein straffes Sightseeing Programm durchgezogen, damit ich möglichst viel sehe. Eine Junge aus meinem Hostelzimmer meinte an meinem letzten Tag zu mir: „Ich glaube, du hast in diesen 4 Tagen mehr erlebt und gesehen von der Stadt als ich in meinem drei Monaten.“ Und vermutlich hat er Recht.. Meine Erlebnisse lassen sich in 4 anderen Posts wiederfinden: Tag 1, Tag 2, Tag 3 und Tag 4.

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Flug von Sydney nach Auckland und das erste Kennenlernen mit meiner Gastfamilie. Was wirklich aufregend war. Aber ich wurde so herzlich willkommen geheißen, das ich mich auf Anhieb wohlgefühlt habe und es immer noch tue.

Meine erste Autofahrt auf der falschen Straßenseite. Ich habe mich ein bisschen in meine allererste Autofahrt und Fahrstunde zurückversetzt gefühlt. Mittlerweile ist es gar nicht mehr schlimm und ziemlich normal.

Ein Ausflug mit meiner Gastfamilie nach Bethells Beach, was wirklich traumhaft schön war. ❤

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Mein erster Wochenendtrip mit wildfremden Menschen, ganz spontan. Ich habe mich glaube ich noch nie so abenteuerlich gefühlt!! 😉 Was genau ich erlebt habe und wo es für mich hinging steht in diesem Blogpost hier: „Napier -Gisborne“.

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Gefeiert:

Labour Day: mein erstes Wochenende war gleich ein langes und ich hatte zusätzlich den Montag frei, den ich auch tatsächlich zum Erholen gebraucht habe.. 😉

Halloween: wird hier tatsächlich gar nicht so zelebriert. Am Nachmittag habe ich ein paar verkleidete Kinder herumlaufen gesehen, das war’s dann aber auch schon 🙂

 

Vermisst: 

Ich muss sagen, mit dem Heimweh geht es eigentlich. In Sydney habe ich mich schon teilweise sehr alleine gefühlt. Dadurch, dass ich aber so unfassbar herzlich aufgenommen wurde in meiner Familie ging es mir bis jetzt noch nicht einmal wirklich schlecht. Es gibt so Momente zwischendurch, wenn ich zum Beispiel Papas Auto hier irgendwo sehe oder hier gibt es auch z.B. sehr viele Frachtcontainer mit der Aufschrift „Hamburg“ oder halt andere Kleinigkeiten, die einen einfach so im Alltag überrumpeln, dann bin ich schon mal ein bisschen wehmütig und denke darüber nach, wie schön es doch zuhause, in Deutschland, in Hamburg und Lübeck und selbst in Bad Oldesloe ist 😉

 

 

Personal Travelguide: Napier – Gisborne

Mein erster Wochenendtrip war wirklich perfekt. Und sehr spontan 😉 Auf Facebook gibt es eine Gruppe, die nennt sich „AuPair Auckland“ und täglich suchen Familien neue AuPairs, fragen Neuankömmlinge nach Tipps, verkaufen Abreisende ihre Sachen, die sie nicht mehr brauchen und zwischendurch gibt es immer wieder Leute, die eine Reisebegleitung suchen. Ich habe also die Nachricht von einem französischen Mädchen in dieser Gruppe gelesen, dass sie mit zwei weiteren Mädels einen Trip nach Napier und Gisborne plant und die sich gerne über noch mehr Gesellschaft freuen würden. Und ich dachte mir dann „Hey, wieso eigentlich nicht?!“. Man verreist ja schließlich nicht alle Tage mit wildfremden Leuten 😉 Und ich muss sagen, es war die absolut richtige Entscheidung, mal so spontan zu sein, die Organisation mal aus der Hand zu geben und einfach mal so etwas zu machen.

Wir sind also in Auckland gestartet und sind mit dem Flugzeug, das die Größe eines Priatjets hatte (ungelogen, das war so winzig, hatte nur um die 14 Reihen, 1 Stewardess und Propeller and den Flügeln) nach Napier geflogen. Der Flughafen bestand übrigens auch nur aus einem Raum. Sicherheitskontrollen gibt es hier nicht ..

In Napier angekommen haben wir uns ein Auto gemietet und sind losgefahren. Die ersten Stunden haben wir in Napier verbracht, sind durch die Straßen geschlendert, am Strand spazieren gegangen und haben das gute Wetter genossen.

Napier gilt als einer der schönsten Art-déco Städte der Welt mit seiner sehr seltenen homogenen Architektur. Allerdings hat diese einen sehr traurigen Ursprung: Ein starkes Erdbeben und die darauffolgenden Brände zerstörten im Februar 1931 die gesamte Stadt. Innerhalb von drei Jahren entstand jedoch eine neue Stadt. Die Architekten legten beim Wiederaufbau viel Wert auf die Einhaltung der Art-déco Architektur und eine stilistische Geschlossenheit. Wenn die ganzen Moderen Geschäfte, Restaurants und Autos nicht wären, könnte es sich ein bisschen wie eine Zeitreise anfühlen 😉

Weiter ging es dann mit dem Auto nach Gisborne, wir hielten am Tangoio Beach um unser Mittag zu essen ..


… und machten eine Wanderung zu den „Shine-Falls“: einer der größeren Wasserfälle auf der neuseeländischen Nordinsel und wirklich beeindruckend. Die Wanderung dauert nur eine Stunde (Hin und Zurück)  und ist somit einfach zu meistern 😉

 


Wir hielten noch an ein paar weiteren Aussichtspunkten und Stränden und genoßen einfach die Schönheit der Natur. Die Fahrt war zum Teil wirklich anstrengend, denn es gibt so gewissen Straßen, die den Namen „Straße“ nicht mal verdienen. Es sind eher Schotterwege, die sich über Kilometer in engen Kurven durch die Landschaft schlängeln und man sich ein bisschen wie einer Achterbahn fühlt. Das Ganze nennt sich dann auch noch „State-Highway“.. aber gut..


Abends angekommen in Gisborne haben wir unser Zimmer im YHA Hostel bezogen, was ich wirklich empfehlen kann, denn die Zimmer sind groß, haben z.T. eine eigene Küchenzeile, es ist alles sehr sauber und das Personal super hilfsbereit und freundlich. Dann gab es fish & chips vom Asiaten (schmeckte tatsächlich sehr sehr gut, auch wenn das eher aus so einer Not heraus war 😉 ) und wir haben uns im Supermarkt noch mit Lebensmitteln für den nächsten Tag eingedeckt, an dem es für uns in den Regenwald gehen sollte.

Wir sind relativ früh aufgestanden, um möglichst viel vom Tag zu haben und nicht in Gefahr zu laufen, unseren Flug zu verpassen. Für die Rückfahrt von Gisborne nach Napier haben wir diesmal nicht die Strecke am Wasser entlang gewählt sondern die Strecke durch den Regenwald. Nach 2 1/2 Stunden Fahrt sind wir endlich am Ziel angekommen und haben uns auf unsere Wanderungen zu Wasserfällen, Seen und 800 Jahre alte Bäume gemacht. Ob man es glaubt oder nicht im Regenwald hat es tatsächlich nicht geregnet 😉


Der Ausflug war wirklich sehr sehr schön und ich bin auch mit den Mädchen immer noch im Kontakt. Wir planen bereits unseren nächsten Ausflug 😉

Eine Empfehlung, die ich hier noch aufschreiben muss ist die App „Camper Mate“. Auf der alle Wanderwege, Aussichtspunkte, Wasserfälle, Seen, öffentliche Toiletten, Unterkünfte, Supermärkte, Trinkwasserstellen, etc. gekennzeichnet sind und die einem das Reisen um so vieles einfacher gestaltet!!