Let’s talk about: Die Kinderfreundlichkeit der Neuseeländer und was sie dennoch von Deutschland lernen können

Über die Kinderfreundlichkeit von Ländern habe ich mir ehrlich gesagt nie wirklich Gedanken gemacht und den Teil in Reiseführern auch immer übersprungen. Ich glaube man muss auch selber erst ein Kind haben, um sich über so etwas Gedanken zu machen.. Nun gut, das Kind habe ich nun, ist zwar nicht meins, aber mein Alltag ist nach einem Kind ausgerichtet und mir sind eine ganze Menge Dinge aufgefallen..

Generell sind die Neuseeländer sehr sehr kinderfreundlich. Bei den Maori spielen die Kinder sogar die Hauptrolle der Familie und das ist deutlich zu spüren in kleinen alltäglichen Dingen.

  1. Im Supermarkt liegt häufig frisches Obst in einem Korb aus für Kinder – KOSTENLOS! Und während Jasper an seiner Banane herumkaut, kann ich ganz ohne Stress und schnell einkaufen, ohne dass er den Wagen schieben will und überall gegenfährt, ich ihn ständig einfangen muss oder er getragen werden will während ich versuche mit der anderen Hand meine Einkäufe bzw. den Wagen zu balancieren… alles nicht so prickelnd! Was so ein kleiner Snack alles bewirken kann 😉
  2. Es ist überhaupt kein Problem mit (kleinen) Kindern in Cafés zu gehen. Man wird weder schräg angeguckt, wenn die Jungs sich mal daneben benehmen oder Essen auf den Boden fällt. Außerdem gibt es überall Kindergetränke für 1-2 NZD, was wirklich richtig toll ist. Während man selber seinen Cappuccino genießen kann bekommen die Kinder eine heiße Schokolade oder ein fluffy (Milchschaum) in Kindergröße, in der Regel mit einem Stück Schoki oder Marshmallow serviert 😉 Und da die Getränke so lecker sind und man die innerhalb 1 Minute ausgelöffelt hat und ich noch nicht mal die Chance hatte meinen Kaffee zu trinken, weil der noch viel zu heiß ist, gibt es in vielen Cafés Spielecken, die die Jungs zumindest für ne Weile bei Laune halten 🙂
  3. Dieses Angebot habe ich selbstverständlich noch nicht in Anspruch genommen, denn es ist ja mein Job auf die Jungs aufzupassen und nicht mich selber zu besaßen, aber es gibt in vielen „Einkaufszentren“ eine kostenlose Kinderbetreuung, damit die Eltern in Ruhe ordentlich Geld ausgeben können 😉 Nein, aber an sich eine tolle Sache! Vergleichbar mit dem småll-land im Ikea und alle kommen auf ihre Kosten 😉

Dennoch muss ich sagen, dass die Erziehung und Ausbildung von Kindern in Deutschland wesentlich einfacher gestaltet wird. Es ist fast lächerlich, dass sich Leute in Deutschland über eine winzige prozentuale Erhöhung der Kita-Kosten aufregen, wenn man bedenkt, dass Eltern hier für ihre Kinder hunderte von Doller für Kindergarten, Day-Care und Schule pro Woche ausgeben müssen. Eine gewisse Stundenanzahl im Kindergarten wird tatsächlich von der Regierung übernommen. Alles was darüber hinausgeht müssen die Eltern bezahlen und das ist nicht grade wenig. Day-Care sprengt jeglichen Rahmen (hier gibt es auch diverse kostenlose/kostengünstige Alternativen) und ist kaum zu bezahlen. Das ist auch der Grund, warum so viele Familien in Neuseeland und Australien AuPairs bei sich aufnehmen, mal von der zumeist liebevollen, individuellen Betreuung und des kulturellen Austausches abgesehen. Es ist doch tatsächlich günstiger eine weitere Person mit Essen, Wasser, Strom, Internet,..zu versorgen (was hier absolut nicht günstig ist!!) und dieser dann auch noch ein wöchentliches Gehalt zwischen 200 und 300 Doller zu zahlen, als das Kind in eine andere Betreuung zu geben. Das muss man sich erstmal durch den Kopf gehen lassen. Kostenlose ärztliche Betreuung (ab einem gewissen Alter) und andere Vorteile für Eltern und Kind sind hier auch nicht aufzufinden.

Ich muss sagen, in diesem Momenten lerne ich immer wieder unser tolles, soziales Deutschland zu schätzen, in dem es für so gut wie alles Unterstützung gibt und auch wenn sich immer alle über hohe Steuern und und und beschweren… wir haben es ganz schön gut!!

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