Personal Travelguide: Northland, Bay of Island & unser Weihnachten 2017

Über Weihnachten hatte ich ein verlängertes Wochenende und so haben Hanjo und ich uns dazu entschlossen, auf Reisen zu gehen. Natürlich hätte ich auch gerne die Erfahrung gemacht mit meiner Gastfamilie zu feiern und ein neuseeländisches Weihnachten zu erleben, aber letztendlich war es mir dann doch wichtiger meine freie Zeit zu nutzen für einen etwas größeren Trip, anstatt zu Hause zu sitzen.

Verschlagen hat es uns in den Norden. Quasi einen zweiten Anlauf genommen, um die Bay of Island nochmal bei schönem Wetter zu erleben, da ich das letzte Mal in Paihia ja so viel Pech damit hatte. (Zum Beitrag geht es hier. )

Doch drei mal dürft ihr raten wer bei Regen los gefahren ist ?!

Aber gut, es gibt schlimmeres…

Freitag haben wir bereits unseren Mietwagen abgeholt. Den haben wir bei JUCY gemietet, neben Lucky Rentals und Wicked Campervans eine der Autovermietungen, die auch an Fahrer ab 18 vermieten. In der Regel sind diese ziemlich günstig, doch leider haben wir das Auto relativ spontan gebucht, da wir gehofft haben, bis dahin bereits ein eigenes Auto zu haben. Das war ganz schön ein Krampf für die Feiertage überhaupt noch einen Mietwagen zu bekommen und dementsprechend mussten wir eine ordentliche Menge Geld hinblättern. Aber gut, ließ sich dann auch nicht mehr ändern, denn alles Andere war ja bereits gebucht. Es ist also sehr empfehlenswert für Zeiträume wie Feiertage, verlängerte Wochenenden, Ferien und die Sommerjahreszeit gut zwei Monate vorher den Mietwagen zu buchen, um einen fairen Preis und das Wunschauto zu erhalten.

Samstag früh ging es für uns dann los. Hanjo hat mich abgeholt und unser erster Stopp war der Matakana Village Famers Market. Den fand ich schon beim ersten Besuch so süß und schön, dass ich dort unbedingt noch einmal hinmusste und ihn Hanjo zeigen musste. Zu dem Markt werde ich bei Gelegenheit noch einmal einen gesonderten Post veröffentlichen mit mehr Bildern und Infos, denn dieser ist auf jeden Fall einen Ausflug wert.

Auf dem Markt haben wir uns erstmal ein richtig leckeres, frisch gebackenes Brot gekauft, dass unser Verlangen nach deutschen Bäckereispezialitäten erstmal ganz gut befriedigt hat 😉 Das deutsche Brot fehlt mir wirklich unglaublich, denn alles was man hier so bekommt ist entweder Toast oder Toastbrotähnlich, aber nicht so ein richtig schönes leckeres Brot mit Körnern, was innen weich und außen knusprig ist und satt macht.

Zudem habe ich meinen absoluten Traumjob gefunden: Hundesitter. Auf dem Markt gab es einen Holzunterstand, unter denen drei Mädchen saßen und gegen eine kleine Spende auf die ganzen Hunde aufgepasst und mit ihnen gespielt haben. Da hab ich mich dann auch direkt dazugesellt 😉 Das war wirklich das Paradies auf Erden!! ❤

Nach dem Market ging es für uns weiter zum Mangawhai Heads Beach, der traumhaft schön war und Hanjo ist direkt mal baden gegangen.

Nach dem Strand haben wir noch kurz am Langs Beach gehalten und sind einen kurzen Teil des Coastal Beach Trails gelaufen um die tolle Aussicht von oben auf das Meer zu genießen.

Auf unserem Weg weiter Richtung Norden, gab es für uns dann noch einen winzigen Stopp an den Waiku Caves. In dem sind auch Glühwürmchen zuhause, aber da wir eher nicht so für eine Höhlenexpedition ausgestattet waren und wir dann doch ganz schön Respekt davor hatten, haben wir nur den Eingang erkundet und haben dann unsere Fahrt vorgesetzt. Wenn man in diese Höhlen gehen möchte, sollte man auf jeden Fall eine starke Taschenlampe oder Kopflampe dabei haben, richtig festes Schuhwerk und Wechselklamotten und genügend Snacks. Da man tatsächlich im komplett Dunklen auf sehr rutschigen Steinen klettern und durchs Wasser laufen und muss und ziemlich dreckig dabei wird. Die Strecke durch die Höhle geht ca. 1 1/2 Stunden und ist ohne Führung und auf eigenes Risiko. Ich muss sagen, ich habe mich schon im „Eingang“ unwohl gefühlt, dass es so dunkel und feucht war, die Decke so niedrig war und gestunken hat es auch 😀

Nach der Höhle haben wir noch einen Toilettenstopp in Kawakawa bei der bekannten Hundertwasser Toilette eingelegt. Der österreichische Künstlern Friedensreich Hundertwasser war bekannt für seine abstrakte Gestaltungsweise, er hat Gebäude quasi „verformt“ und auf Geraden verzichtet. Eine Zeit seines Lebens hat er in Neuseeland gelebt und dort unter anderem öffentliche Toiletten gestaltet. Auf jeden Fall einen Toilettenstopp wert 😉

Dann ging es für uns auch zu unserem „Ziel“ Paihia. Die Nacht verbrachten wir im Capt’n Bob’s Beach House, welches relativ zentral liegt und ich auf jeden Fall empfehlen kann. Für ein Hostel hat es einen echt guten Standart und ist sehr sauber, modern und familiär. Auch wenn wir nur eine Nacht dort verbrachten, habe ich mich sofort wohl gefühlt und würde jederzeit zurückkehren! Einziges Manko es gibt keine Locker (also am besten ein Schloss für den Koffer/Rucksack mitbringen und Wertsachen immer mitnehmen) und keine Vorhänge vor den Betten, man stört sich also entweder nicht daran oder hängt ein Handtuch vor, um etwas Privatsphäre zu haben, sofern das in einem Hostel möglich ist 😉

Das war dann auch schon der erste Tag, für den zweiten Tag, Weihnachten, hatten wir uns etwas ganz besonderes vorgenommen 😉

Tag 2:

Für uns ging es früh morgens wieder los und zwar in den Hafen: Wir haben über den Anbieter Fullers Great Sight eine Bootstour gemacht, die sogenannte „Cream Tour“. Diese Tour ist quasi ein Gesamtpaket von allen kleineren Touren, die in der Bay of Island angeboten werden und dauert einen ganzen Tag. Man sucht Delfine und kann bei Gelegenheit sogar mit Ihnen in freier Wildbahn schwimmen, man erkundet einen Großteil der kleinen Inseln und macht auch einen Insel Stopover, zudem fährt man durch das bekannte „Hole of the Rock“.

Boarding war 9.15 Uhr, also relativ entspannt ging es morgens alles zur Sache. Hanjo und ich waren ganz nach deutscher Manier überpünktlich und sind als allererstes auf das Boot und hatte freie Platzauswahl. Wir sind von Paihia gestartet, das Boot hält aber auch in Russel und sammelt dort Passagiere ein. Nach einer kurzen allgemeinen Sicherheitseinweisung und einer Extra-Sicherheitseinweisung für alle, die mit den Delfinen schwimmen wollten, ging es auch schon los. Wir haben viele bekannte Inseln umfahren und uns wurde zu jeder Insel ein bisschen was zur Historie und Nutzung erzählt. Kurz vor halb zwölf haben wir dann endlich eine Gruppe Delfine entdeckt. Schwimmen konnten wir leider nicht, da in der Gruppe ein Baby war und das aus Tierschutzgründen nicht geht. Generell ist die Chance, mit Delfinen in der Bay of Islands zu schwimmen relativ gering, da es viele Bereiche gibt, in denen man nicht ins Wasser darf, in einigen Bereichen nur zu bestimmten Uhrzeiten und dann ist es auch immer abhängig von der Gruppe, wie die sich verhalten und ob sie ein Baby dabei haben. Insgesamt wird sehr sehr stark auf den Naturschutz und vor allem den Tierschutz bei diesen Touren geachtet, was ich großartig finde! Das ist mir tausend Mal mehr Wert, als mit den süßen Tieren zu schwimmen. Ein bisschen Schade war es natürlich trotzdem, denn ein Kindheitstraum von mir ist das schon. Aber wer weiß, die nächste Gelegenheit kommt bestimmt 😉

Nachdem wir die Bucht mit den Delfinen wieder verlassen mussten, da unsere „Zeit“ quasi abgelaufen war, die wir mit den Delfinen verbringen durften ging es zur Insel, die James Cook zu damaligen Zeiten entdeckt hat. Eine kleine „einsame“ Insel mit Traumstränden und Traumaussichten. Dort gab es einen winzigen See in der Mitte, dessen Wasser so unfassbar klar war und der Boden mit Felsen und Muscheln bedeckt war. Jeder der die Serie H2O Plötzlich Meerjungfrau kennt, weiß wovon ich spreche 😉 Denn diese Insel und dieser kleine See sah aus wie Mako Island und ich habe mich ein bisschen wie eine Meerjungfrau gefühlt. Naja nicht ganz, aber die Atmosphäre dort war wunderschön. Auf der Insel hatten wir eine Stunde Zeit und Hanjo und ich haben die Zeit genutzt, um unser mitgebrachtes Lunch zu genießen. Die Touren bieten übrigens aus Lunchboxen an, die man auf dem Boot abholen kann. Das Angebot haben wir allerdings nicht in Anspruch genommen, jedoch einige andere, die sehr zufrieden damit schienen.

Nach unserem Insel-Stopover ging es wieder zurück aus Boot und weiter zum bekannten Hole of the Rock. Auf dem Weg wurde das Netz ausgefahren und alle, die Lust und Laune hatten durften sich auf das Netz werfen (in eiskaltes Meerwasser!) und „Boomnetting“ machen. Man liegt quasi in diesem Netz und das Boot fährt vor und zurück und die wurden ordentlich herumgeschleudert. Hanjo ist auch mit reingesprungen, mir war das etwas zu kalt, da ich mich grade von unserem Baden im See wieder aufgewärmt hatte und das Wetter generell nicht so gut war. Lust hätte ich aber allemal gehabt!

Hole of the Rock ist ein sehr bekannter Felsen in der Bay of Island mit einem riesigen Loch in der Mitte, in dem die Boote sogar durchfahren. Hat mich etwas überrascht, dass unser großes Schiff da durchgepaust hat 🙂 . Das Wasser war übrigens unnatürlich dunkelblau, sowas habe ich noch nie gesehen. Man konnte es gar nicht glauben, aber seit selbst auf den Fotos:

Nach dem Hole ging es für uns zurück nach Paihia. Das Wetter wurde auch immer schlechter und irgendwann hat es angefangen zu regnen, deswegen waren wir dann sich ganz froh, bald wieder auf dem Festland zu sein. Die Bootstour war ein voller Erfolg und hat sehr viel Spaß gebracht. Auch wenn wir nicht mit den Delfinen schwimmen konnten, sind wir ihnen unglaublich nahe gekommen und es war ein unbeschreibliches Gefühl, diese Tiere so wild und frei in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen, wie sie um das Boot herumgetobt sind und regelrecht den Besuch genossen haben 🙂 Den Eindruck hatte ich zumindest.

Wieder auf dem Festland angekommen ging es uns nach Kerikeri. Genauer gesagt in unseren kleinen Bungalow mitten in der Natur. Wir hatten uns über Booking.com einen kleinen Bungalow mit Küche, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad und Terrasse mit Grill gemietet und haben uns dort pudelwohl gefühlt. Unser Weihnachtsessen war nicht besonders weihnachtlich, aber doch ganz lecker. Es gab Bruschetta, Salat, Kartoffelgratin, Rindersteak und Hähnchenkeule und Apfelzimttarte (den Kuchen haben wir aber gekauft). Wir haben es uns auf jeden Fall richtig gut gehen lassen und unser Weihnachten der besonderen Art genossen.

Tag 3:

Hanjo hat mich ganz süß mit Frühstück im Bett überrascht und dann ging es für uns los ab in den Norden. Zum Cape Reinga, dem nördlichsten Zipfel Neuseelands. Wir haben lange überlegt, auch dieses Erlebnis über eine geführte Tour zu buchen (z.B. Explore, Fullers Great Sights, ..), haben uns aber letztendlich dafür entschieden, die Fahrt auf eigene Faust zu unternehmen und die Zwischenstopps, die der Bus macht, einfach alleine zu machen. Erster Halt war der 90 Mile Beach, der in Neuseeland als Straße gilt.Da wir allerdings keinen Geländewagen hatten, haben wir am Parkplatz gehalten und sind zu Fuß am Strand spazieren gegangen. Die Bustouren fahren durchaus am Strand lang für eine lange Strecke und das ist mit Sicherheit ein tolles Erlebnis.

Nächster Stop waren dann die Te Maki Sanddünen. Das war so unrealistisch. Man ist quasi aus dem brasilianischen Regenwald herausgefahren und fand sich in der Sahara wieder. So unfassbar schön! Das Sandboarding ist übrigens umsonst. Im Gegensatz zu Deutschland/Europa muss man für viele Regionalparks und Naturspektakel in Neuseeland keinen Eintritt bezahlen. Vor Ort kann man sich dann aber noch ein Board für 15 $ mieten (unbegrenzte Zeit). Das haben Hanjo und ich auch gemacht und sind dann die Dünen heraufgestiegen, was mich ja schon wieder stark an unser Tongariro Crossing erinnert hat – vom Wander habe ich nämlich erstmal genug! Während Hanjo ein paar Mal die Dünen heruntergerast ist, habe ich die Natur genossen und bin nur die letzte Fahrt mit unserem Board gefahren, denn ich muss zugeben, ich war zu faul, um jedes Mal wieder diese Düne heraufzulaufen 🙂 .

Nach den Dünen haben wir uns dann endgültig auf den Weg zum Cape Reinga gemacht und zu seinem Leuchtturm. Der Ort war ganz schön touristenüberlaufen und ehrlich gesagt gar nicht mal so spektakulär, wie ich es mir vorgestellt habe. Der Leuchtturm ist winzig klein und versteckt sich regelrecht zwischen den Dünen. Dennoch wunderschön und auf jeden Fall mal einen Besuch wert!

Dann ging es für uns auch auf den Rückweg, wir haben noch am Henderson Bay gehalten, einem coral/pink farbigen Sandstrand. Die Farbe erkennt man leider auf den Bilder nicht so gut, aber er war wirklich sehr hübsch. Hanjo ist natürlich mal wieder baden gegangen, während mit das Wasser zu kalt war.

Wieder angekommen in Paihia, haben wir die Nacht diesmal in YHA Hostel verbracht. Dieses liegt ebenfalls ziemlich zentral und hatte schon mehr Hostel Atmosphäre als das Capt’n Bob’s Beach House, war dennoch schön.

Tag 4:

Wir haben uns am letzten Tag mal den Luxus gegönnt „auszuschlafen“. Immerhin bis 9 Uhr, was lange nicht mehr vorgekommen ist ;). Dann haben wir unsere Sachen gepackt, gefrühstückt und uns auf dem Heimweh gemacht, wieder mit dem Vorhaben auf dem Weg Zwischenstopps einzulegen.

Da die Sonne tatsächlich mal herausgekommen ist, haben wir beschlossen noch etwas Zeit in Paihia zu bleiben und einen Cappuccino in der „alongside“-Bar direkt über dem Wasser zu genießen.

Nach unsere Kaffeepause sind wir dann zu den Haruru Falls gefahren, die ebenfalls recht touristenüberlaufen waren, aber dennoch schön. Nach einem kurzen Foto sind wir dann Richtung Auckland gefahren.

Ein weiteres Highlight haben wir in den sogenannten „Mermaid-Pools“ gefunden. Das sind quasi natürliche Infinitypools, die bei Flut sehr gefährlich sein können, da die Wellen dort hineinkrachen können und die gegen die Felsen schleudern, also sollte man vorher das Meer checken, bevor man sich auf den Weg macht. Dieser ist nämlich ganz schön abenteuerlich. Du musst erstmal ein paar Felsen umwandern, in dem du durch das Meer läufst und dein Gepäck auf dem Kopf trägst. Danach geht es einen steilen und sehr matschigen Berg herauf und auch wieder herunter. Sobald man zu den Meermaidpools kommt wird es sehr felsig und scharkantig. Der Weg war mehr als abenteuerlich und ich habe niemanden gesehen, der nicht mit blutigen Beinen dort angekommen ist. Auch meine Beine mussten ganz schön leiden, da man vor allem im Meer immer mal wieder gegen Felsen geschleudert wird und man nebenbei aber versucht sein Gepäck zu retten. Auch auf dem weiteren Weg habe ich mir an mehreren Stellen meine Füße aufgeschnitten. Klingt jetzt alles dramatisch und sah auch dramatisch aus, denn wenn man blutet und das mit Wasser verdünnt wird, sieht man ja immer gleich aus, als hätten man grade einen Mord begangen… aber es tat kaum weh. Der Besuch bei den Mermaid Pools war es allemal wert!!! So ein wunderschöner, beeindruckender und magischer Ort. Dort sah es noch viel mehr aus wie Mako Island 😉

Da uns dieser Abstecher ne ganze Menge Zeit und auch Kraft gekostet hat, haben wir uns beschlossen uns endgültig auf den Rückweg zu machen, um gegen 7 dann wieder in Auckland zu sein.

Insgesamt war eines wunderschönes Wochenende, mit vielen Highlights, nicht ganz so schönem Wetter und einem ganz besonderen Weihnachten. Wir haben die Feiertage auf jeden Fall gut genutzt!

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