Frei, Spontan und Abenteuerlustig

Ich möchte heute mal einen etwas anderen Beitrag veröffentlichen. Einen Artikel, den ich für die Jugendseite im fit Magazin geschrieben habe. Bis zu dem Moment, als ich festgestellt habe, dass sie nach 1500 Zeichen von mir gefragt habe und nicht 1500 Wörter… Upsi. Kann ja mal passieren. Da ich aber generell Probleme habe mich kurz zu fassen und ich die Arbeit jetzt nicht ganz umsonst gemacht haben wollte, habe ich diesen Artikel zu Ende geschrieben. Und letztendlich hat Hanjo mich dazu überredet, diesen auf meinem Blog zu veröffentlichen. Als Beitrag, was meine Zeit in Neuseeland so besonders macht. Also here we go ..

Schulalltag – Ich kann mich noch ziemlich genau daran erinnern, wie ich im Unterricht immer auf die große Weltkarte gestarrt habe, die neben der Tafel hing. Und während der Lehrer redete und redete und die Gedanken immer weiter abschweifen, saß ich da und habe fantasiert, wie schön es doch grade wäre in Hawai mit einer Blumenkette am Strand zu spazieren, in Kenia wilde Löwen und Elefanten in ihre natürlichen Umgebung zu beobachten, in Mexico die Ruinenstätte der Maya zu bestaunen, in Thailand in einer Hängematte am Strand zu schlafen oder in Australien durch das Outback zu fahren. Raus aus dem grauen, verregneten Alltag Deutschlands – rein in das Abenteuer, die unser Planet zu bieten hat. Ich wollte frei sein, spontan, abenteuerlustig und die Welt entdecken. Meinen Horizont erweitern und über den Tellerrand hinausblicken.

Genau damit habe ich am 9.Oktober anfangen: ich bin voller Vorfreude und gleichzeitig voller Wehmut nach Neuseeland aufgebrochen. Und wisst ihr, was diese Zeit so unglaublich besonders macht? Ich bin frei, spontan und abenteuerlustig.

In Neuseeland gibt es so viele Naturspektakel. Vom Regenwald geht es über zu Traumstränden, zu Vulkangebieten und Bergen voller Schnee. Mitten im Wald türmen sich riesige Sanddünen aus dem Nichts auf, bunte blubbernde Seen erstrecken sich über das Land und der nächste Wasserfall ist keinen Steinwurf weit entfernt. Neuseeland ist auf jeden Fall eine Reise wert!

Abenteuerlust – Einer meiner liebsten Trips ging in die Bay of Islands über die Weihnachtsfeiertage. Ich habe in dieser kurzen Zeit so viele wunderschöne Orte gesehen und bin wirklich überwältigt von Schönheit der neuseeländischen Natur gewesen. Die Bay of Islands und das Northland liegt, wie der Name bereits sagt, in Norden von Neuseeland und ist nur eine dreistündige Fahrt von Auckland entfernt. Die Fahrt dorthin bietet sich übrigens super als kleiner Roadtrip an, mit vielen kleinen Zwischenstopps an Märkten, Wasserfällen und schönen Stränden. Auch empfehlenswert sind die Mearmaidpools. Das sind natürliche Infinitypools eingebettet in Felsen im Meer und reich an Korallen und Muscheln. Auch wenn der Weg dorthin mehr als abenteuerlich und gefährlich ist, lohnt sich ein Besuch allemal.

Unser Weihnachten haben wir auch ganz anders verbracht: Wir sind einen ganzen Tag lang mit einem Boot hinausgefahren, um Delfinen zum Greifen nah zu kommen und die verschiedenen Insel zu Fuß zu erkunden. Es war für mich eines der schönsten Erlebnisse, diese wilden Delfine in ihrem natürlichen Lebensraum zu bobachten, wie sie um das Boot herumgetollt sind und einsame Inseln zu erkunden und in ihren klaren Seen zu baden. Außerdem konnten wir das bekannte Hole in the Rock bestaunen – ein riesiges Loch mitten in einem Felsen, durch das man sogar durchfahren kann.

Am nächsten Tag ging es für uns auf eine Fahrt durch den Regenwald auf zu den Te Paki Sanddünen. Riesige Sandberge mitten im Wald und man fühlte sich wie in der Wüste, nur dass es nicht ganz so heiß und trocken war. Dennoch habe ich die ganze Zeit darauf gewartet eine Kolonne an Kamelen an mir vorbeiziehen zu sehen. Auf den Sanddünen darf man übrigens surfen und während man einen Heidenspaß hat, mit dem Surfboard die Dünen herunterzurasen, kann man in der Ferne schon das Meer erblicken – genauer gesagt den nördlichsten Punkt Neuseelands, an dem die Meere zusammentreffen. Cape Reinga. Neuseeland ist einfach unglaublich.

Spontanität – Aber was fast noch schöner ist, als die Natur zu entdecken und Naturspektakel zu bestaunen? Das Ganze spontan zu machen und am besten noch mit wildfremden Menschen. So etwas hätte ich in Deutschland niemals gemacht. Fremde Leute anschreiben, sich mit ihnen auf einen Kaffe treffen, geschweige denn, mit denen in ein Auto zu steigen und für ein Wochenende zu reisen. Aber man lernt die tollsten Menschen kennen. Menschen die wie ich, raus aus ihrem Alltag wollten, um die Welt zu entdecken. Die genauso abenteuerlustig sind und mit einer fremden Person verreisen. Aber wenn man Glück hat und sich bemüht, offen und kontaktfreudig ist, entwickeln sich tiefe Freundschaften mit Menschen aus aller Welt. Diese Trips ergeben sich meistens erst ein paar Tage vorher und dieses Gefühl von „einfach machen“ gibt mir soviel Lebensqualität. Es macht diese Zeit besonders, wenn man offen für Neues ist, aktiv auf Menschen zugeht und sich ihre Geschichten mit Interesse anhört. So war ich beispielsweise mit drei Französinnen in Napier und mit zwei Amerikanerinnen und einer Finnin in Paihia.

Ich muss gestehen, ich gehöre eher zu der Sorte Mensch, die alles ganz genau durchplanen und sich Pläne und Listen schreiben, halt alles ganz penibel organisieren. Deswegen ist das für mich schon ein großer Schritt spontan und ohne Planung wegzufahren. Aus meiner Komfortzone herauszutreten. So haben mein Freund ich beispielsweise einen Tag vorher beschlossen zur Coromandel Halbinsel zu fahren in unserem neuen Auto. Und auch wenn das Wetter nicht gut war und wir Probleme hatten über die Neujahrsfeiertage einen Campingplatz zu finden, war es ein einmaliges Erlebnis. Spontan eben.

Freiheit – Auch wenn ich zuhause eigentlich alle Freiheiten der Welt hatte und selbstständig war, ist es noch einmal etwas komplett anderes alleine an das andere Ende der Welt zu fliegen. Man trägt die Verantwortung für sich selber alleine. Klar, ich arbeite unter der Woche und habe in dem Sinne keine Freiheiten. Aber für diesen Job habe ich mich entschieden – in der Schule saß man, weil man musste. An den Wochenende hat man sein Leben nach seiner Familie und seinen Freunden ausgerichtet – hier entscheide ich jedes Mal aufs Neue was ICH möchte. Was ICH essen möchte, wohin ICH reisen möchte, was ICH tun werde. Und ich habe die Freiheiten, mir jedes Wochenende zu überlegen, welchen Ort Neuseelands ich entdecken möchte: Den brasilianischen Regenwald? Die Florida Keys? Die schneebedeckten Berge der Alpen? Die grünen Wiesen Irlands? Mittelerde? In Neuseeland gibt es alles, so viele Orte dieser Welt in einem kleinen Stückchen Land. Und ich kann es kaum erwarten, sie alle zu entdecken und mit aller Freiheit zu entscheiden, wohin ich als nächstes will. Ohne gebunden zu sein! Und ich kann verraten, dass es nicht schöneres gibt, als irgendwo an einem einsamen Strand morgens aufzuwachen und das Gefühl haben frei zu sein!

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass Neuseeland eine Reise wert ist. Eine Reise auf der man sich selber viel besser kennen lernen kann. Eine Reise, von der ich so viel lernen kann. Eine Reise, die ich niemals vergessen werde. Eine Reise, von der ich in 30 Jahren lustige Anekdoten zu berichten habe. Eine Reise auf der ich frei, spontan und abenteuerlustig war.

Den Online-Artikel vom fit Magazin könnt ihr übrigens hier finden: https://magazin.dak.de/abenteuer-neuseeland/

Dort spreche ich über meine Entscheidung nach Neuseeland zu gehen, die Herausforderungen, denen ich mich stellen musste und was ich über alles vermisse!

Quelle: Titelbild

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