Personal Travelguide: Rotorua, Wai-O-Tapu Thermal Wonderland & Kerosene Creek

Hanjo und ich haben uns mal wieder über das Wochenende auf den Weg gemacht, um Neuseeland zu erkunden. Diesmal ging es nach Rotorua – einem sehr einzigartigen Ort.

Die Gegend um Rotorua ist nämlich bekannt für seine geothermischen und vulkanischen Aktivitäten und wird auch stinkende Stadt gennant, denn in der ganzen Gegend ist extremes Schwefelvorkommen. So gibt es an jeder Ecke blubbernde bunte Seen und Tümpel, Geysire und Heißwasserquellen.

Hanjo und ich haben dieses Mal schon Freitag das Haus verlassen, direkt nachdem ich meine Arbeit beendet habe. Einfach, da wir bis nach Rotorua knapp 3 Stunden fahren müssen und wir somit schonmal ein Stück des Weges schaffen und damit wir morgens nicht so unfassbar früh aufstehen. Außerdem haben wir damit auch das Problem gelöst unsere Gastfamilien immer fragen zu müsse, ob der andere bei denen im Haus für eine Nacht schlafen kann. Also Abi und Lauch sind an sich relativ entspannt, aber manchmal fällt es mir dann doch schwer, das einzuschätzen und man möchte schließlich auch nicht so fordernd sein. Und somit verbringen wir schon Freitag Abend zusammen und schlafen in unserem Auto. Wir haben übrigens einen super tollen Platz entdeckt, auf dem man über Nacht kostenlos parken und schlafen kann, auch für Zelte und non-self-contained Autos. Und das ist nicht einer dieser schäbigen kostenlosen oder billigen Plätze, das war ein ganz normaler großer Parkplatz, mit mehreren Trinkwasserquellen, einer Spüle zum Geschirr wasche, den alleesaubersten und schönsten öffentlichen Toiletten (in der Natur), die ich je gesehen habe und früh morgens kam erst einmal eine Putzfrau und ein Truck der den Müll eingesammelt hat. Ich meine, wow, und das alles kostenlos ? Wir konnten das gar nicht glauben und sind und sicher, dort jetzt jedes Mal unseren Freitag Abend zu verbringen, wenn wir einen Wochendtrip starten, der mehr Richtung Süden geht. Der Platz hieß übrigens „Te Kauwhata Domain“ und lag kurz vor Hamilton.

Am nächsten Morgen sind wir ganz entspannt und erholt aufgewacht, denn erstens haben wir uns Mückennetze gekauft und konnten mit offenen Fenstern schlafen und ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so viel frische Luft beim schlafen hatte und einfach kein bisschen in der Nacht geschwitzt habe und zweitens hatten wir absolut keinen Stress und sind ohne Wecker (und ohne Kindergeschrei) aufgewacht. Dann haben wir erstmal unseren neuen Gaskocher und unseren neuen Kaffeekocher ausprobiert und richtig kecker und entspannt gefrühstückt. Es gab Brötchen, Aufschnitt, Rührei – einfach so ein richtig schönes Frühstück, was ein bisschen an Deutschland erinnert hat 😉 Jetzt steht auf unserer Kaufliste nur noch ein Campingtisch, denn wir benutzen zurzeit immer unsere Aufbewahrungsbox. Die ist zwar recht groß und funktioniert auch als Tisch, aber in dieser Box befinden sich einfach all unsere Sachen (Geschirr, Töpfe, Bestecke, Salz/Pfeffer) und dann müssen wir immer den Deckel mit all unseren Früshtückssachen anheben, wenn wir doch wieder was aus der Box brauchen und das ist nicht so wirklich praktisch 😀

Auf jeden Fall sind wir dann nach unserem Frühstück ganz entspannt nach Rotorua aufgebrochen und unser erster Zwischenstopp waren die „Blue Springs“.

Und ich kann nur eins sagen: Dieser Ort war magisch. Das Wasser so unwirklich, wie aus einem Film – man hat nur darauf gewartet, dass gleich eine Meerjungfrau aus dem Wasser springt. Die gesamte Route des Te Waihou Walkways umfasst ca. 5 Kilometer und man braucht 1.5 Stunden (3 Stunden Return). Wenn man aber zum Leslie Road Carpark fährt sind es nur knapp 800 Meter zu den Blue Springs und dann kann man wieder umdrehen, was wir auch gemacht haben. Aber hier kommen jetzt erstmal ein paar Bilder von diesem wunderschönen Ort ❤

Weiter ging es für uns ins Stadtzentrum von Rotorua zum Maori Village. Einem Ort, an dem die Maori (neuseeländische Ureinwohner) leben und ihre Kultur ausleben. So kann man zum Beispiel kostenlos deren Tänze und Gesänge ansehen/-hören, wenn die üben. In der Kirche gab es einen ganze netten alten Mann, der uns was zu den Malereien und Schnitzereien erzählt hat und überall steigt Schwefel aus dem Boden. War nicht groß, aber dennoch ganz schön anzusehen und man musste kein Geld bezahlen, wie bei fast allen anderen Aktivitäten in Rotorua, bei denen die Maori Kultur dargestellt bzw. geothermische Aktivitäten zu sehen sind.

Wir sind noch kurz zu in den Supermarkt gesprungen, um dann weiter zum Redforest zu fahren, aber der Wald ist so riesig und irgendwie sind wir nicht ganz dort hingekommen, wo wir hinwollten, deswegen war es am Ende nur ein Waldspaziergang. War aber auch ganz nett 😉 und es hat nicht nach Schwefel gestunken in dem Wald 😀

Nach langem Hin- und Her haben wir es dann tatsächlich geschafft und mit Jannik Buschmann, Luca Kohn und einem Jungen, den die beiden in Australien kennengelernt haben, Fabrice auf einem Campingplatz zu treffen, um den Abend gemeinsam zu verbringen. Der Campingplatz lag direkt an einem See und ist auch für non-selfcontained Autos gestattet, man bezahlt nur 8$ pro Nase und alles war recht schön. Man kann sich nicht beschweren. Es gab zwar keine Duschen, dafür aber einen See zum Baden und die Toiletten waren auch in Ordnung (es gab dort leider kein Licht, deswegen kann ich nicht beurteilen, ob sie sauber oder dreckig waren :D) aber sie haben nicht gestunken und da haben wir schon schlechteres erlebt 🙂

Der Abend war auf jeden Fall superlustig. Jannik hat eine Geschichte nach der anderen rausgehauen über das Zeltlager in Oldesloe oder sein Hostelleben in Australien und wir haben alle Tränen gelacht und hatten einen unfassbar schönen, lustigen und geselligen Abend. Es ist immer wieder toll, Leute aus Bad Oldesloe zu sehen, so am anderen Ende der Welt 😉 Wir hatten übrigens den schönsten Platz am See, als so langsam die Sonne unterging.

Am nächsten Morgen haben wir alle zusammen gefrühstückt und während die Jungs ihren Roadtrip weiter nach Taupo fortgesetzt haben, sind Hanjo und ich zum Wai-O-Tapu Thermal Wonderland gefahren. Das ist ein sehr geothermisches Gebiet für das man auch Eintritt bezahlen muss, was mit 32$ absolut in Ordnung ist. Zumal man bedenken muss, dass Neuseeland generell sonst keinen Eintritt für die ganzen Naturspektakel nimmt und man fast alles kostenlos bestaunen kann, während alle anderen Länder dieser Welt aus jeder Kleinigkeit ein gewinnbringendes Geschäft machen. Da fanden wir also völlig in Ordnung, da mal ein Eintrittspreis zu bezahlen und die Wirtschaft zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass sich jemand um den Erhalt des Gebietes kümmert. Man geht quasi einen Rundgang (1-2 Stunden) und sieht sich die verschiedensten Dinge an. Am bekanntesten wird wohl der Champagne Pool sein:

Aber auch die etlichen brodelnden Schlammlöcher ..

und der Devil’s Bath See hat seine Beachtung verdient..

Insgesamt war dieser Park ziemlich unreal. Es kam mir so ein bisschen vor als hätte irgendwie  amerikanische Firme dort Land gekauft und ein „Wonderland“ gebaut.. überall stinkende Nebelmaschinen hingestellt, die Felsen ein bisschen angepinselt und zu viel Farbe in die Gewässer gekippt. Man konnte einfach wirklich nicht fassen, dass solche Orte existieren, so unfassbar magisch und beeindruckend. Es wäre recht touristenüberlaufen aber insgesamt sein Geld wert.

Nach unserem Besuch im Wonderland ging es für uns zum Kerosene Creek. Einem Fluss mit natürlichen Hot Pools. Und auch wenn der Fluss ziemlich eklig und dreckig aussah (und auch war 😀 ) hatte es die absolut perfekteste Badewannenwassertemperatur!! Nicht so unfassbar heiß wie die Hot Pools in Taupo, aber auch nicht zu kühl. Es war einfach so angenehm darin zu sitzen. Da gab es auch die eine oder ander Person die das Ganze als Spa genutzt und sich erstmal mit Gesichtsmaske dort hineingesetzt hat – aber gut, jedem das Seine 😉

Nach einer kurzen Badewannepause haben wir dann auch beschlossen uns auf den Heimweg zu machen, um nicht ganz so spät zurück zu sein und noch genügend Zeit zu haben um in Ruhe zu duschen und zu essen. Ja das wars dann auch schon: unser Wochenende in Rotorua war ein voller Erfolg. Es bisschen sehr eklig mit dem Geruch, aber für diese Naturspektakel nimmt man das gerne mal in Kauf (leben könnte ich da aber nicht 😀 )

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