5 Dinge, die ich durch die Arbeit als AuPair gelernt habe

  1. Geduldiger zu sein und meine Erwartungen herunterzuschrauben: Ich bin ja eigentlich schon ziemlich geduldig, wenn es darauf ankommt Kindern etwas zu erklären oder deren Wutanfälle einfach über mich ergehen zu lassen und ganz ruhig mit denen zu sprechen (was nicht immer leicht ist 😀 ) aber jetzt musste ich lernen einfach noch geduldiger zu sein und lernen einfach alles so hinzunehmen wie es kommt. Als Perfektionist möchte ich es immer gerne in einer gewissen Art und Weise haben – zeiteffizient und perfekt, mit Kindern kann man sich solche Pläne aber abschminken, am Ende läuft es eh alles so ab, wie es grade passt und nicht so wie es in meinen Augen am besten wäre.
  2. Einen Haushalt zu schmeißen: Kochen, Wäsche waschen, putzen, einkaufen, die Kinder herumfahren. Im Prinzip habe ich die letzten Monate einen Familienhaushalt geschmissen und das war immer mal wieder herausfordernd, aber letztendlich habe ich daraus gelernt, mich noch besser zu organisieren und vorausschauend zu planen was die alltäglichen Dinge angeht.
  3. Die perfekte Gastfamilie gibt es nicht: Das soll jetzt keineswegs falsch herüberkommen, aber am Anfang habe ich mir immer die perfekteste Gastfamilie überhaupt ausgemalt und selbst wenn man schon ziemlich viel Glück (so wie ich) hat, dann stimmt es halt trotzdem nicht alles zu 100%. Die Jungs können mich wirklich an meine Grenzen bringen – Archie mit seinen Wutanfällen und seiner Ignoranz und Respektlosigkeit, Jasper mit seiner Sturheit und seiner manchmal verpeilten Art. Auch viel Arbeit habe ich verrichtet. Vor allem im Austausch mit anderen AuPairs ist mir aufgefallen, wie viel ich eigentlich arbeite und wie wenig Geld ich verhältnismäßig dafür bekomme. Nichtsdestotrotz fühle ich mich pudelwohl und bin einfach super glücklich, dass ich so eine liebe und herzenswarme Familie abbekommen habe. Und ein paar Kompromisse kann man ja durchaus eingehen 😉
  4. Sich durchzusetzen und auch mal NEIN zu sagen:  Sei es bei den Gastkindern, dem neuen Hund (auch wenn sie mich mit ihrem treuen Hundeblick anschaut und viel zu süß zum nein sagen ist), zu der Arbeit. Wobei letzteres bin ich immer noch zu zurückhaltend. Wenn man dann irgendwie als Mädchen für alles gesehen wird und alle möglichen kleinen Pupsaufgaben im Haushalt erledigen muss, einfach alles auf einen abgeschoben wird und man sich nur so fragt : Stand das in meiner Jobbeschreibung?? Aber dennoch habe ich viel mehr Selbstbewusstsein bekommen mich durchzusetzen und auch mal laut zu werden (gegenüber den Jungs, wenn mal wieder nichts funktioniert) und auch mal NEIN zu sagen. Wobei da definitiv noch Luft nach oben ist 😉
  5. Meine Freizeit wertzuschätzen: Vor allem als ich anfangs bis zu 55 Stunden die Woche gearbeitet habe und zusätzlich jedes Wochenende reisen war, wusste ich teilweise nicht mehr wo vorne und hinten ist. Seitdem aber auch Jasper drei Tage in den Kindergarten geht, bin ich so dankbar einfach im Laufe des Tages Zeit für mich zu haben, Kaffee trinken zu gehen, sich mit Freunden zu treffen, Mittagsschlaf zu halten oder Netflix zu gucken. Believe it or not, aber ich war in der letzten Zeit sogar ein paar mal joggen 😀 Und diese Freizeit schätze ich so wert, weil mir auch bewusst ist, dass es diese Möglichkeit wahrscheinlich ab jetzt nicht mehr in meinem Leben geben wird im Laufe des Tages einfach mal so bis zu vier Stunden frei zu haben 😉

Quelle: Titelbild

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Let’s talk about: Abschied nehmen von der Gastfamilie

In einer Woche ist es soweit. Ein bisschen Angst habe ich schon vor dem Tag. Alleine wenn ich daran denke, kommen mir manchmal ein paar Tränen. Worum es geht? Abschied nehmen.

Ich glaube man versteht erst wirklich, wie man sich in dieser Situation fühlt, wenn man es selber einmal durchmachen muss. Tatsache ist allerdings, dass ich in Deutschland wusste, ich werde meine Familie und meine Freunde ganz bald wiedersehen. Hier stehe ich nun und frage mich: werde ich jemals jemanden irgendwann irgendwo wiedersehen? Oder lasse ich mein Leben, das ich hier gelebt habe, einfach komplett zurück? Auch wenn es „nur“ 8 Monate in meiner Gastfamilie war, kann ich diese Leute meine zweite kleine Familie nennen.

Mir war nicht klar, dass man ein fremdes Kind so aufrichtig und sehr lieben kann, wie ich es mit Jasper tue. Wir hatten so eine intensive Zeit zusammen (jeden Tag von morgens bis abends) und er hat einfach eine riesige Entwicklung durchgemacht. Er hat gelernt auf die Toilette zu gehen, sich alleine anzuziehen und wie er sich alleine beim schaukeln Anschwung gibt. Das mag nach Banalitäten klingen, wir haben aber jede Kleinigkeit zusammen erlernt und ich war jedes Mal so unfassbar stolz und habe mich mit ihm gefreut. Er ist in den Kindergarten gekommen und berichtet mir jeden Tag mit strahlendem Augen, was er gemacht hat. Wir haben ganz viele imaginäre Spiele zusammen gespielt: mal waren wir auf Safari (ich bin mir sicher, die Nachbarn halten uns für verrückt) mal auf einem Boottrip, und manchmal hatte er ein eigenes Restaurant und ich wurde „bekocht“. Ich habe ihn jeden Tag schlafend aus dem Auto getragen, seine Lieblings-Smoothies gemacht. Mit ihm seine heiß geliebten Schokoladenbrownies gebacken. Ich werde es so vermissen, wenn er mit seinem Spielzeug spielt und einfach allen Gegenstände eine Stimme gibt. Wenn er ganz laut Hilfe geschrieen hat und ich panisch zu ihm gerannt bin, nur um festzustellen, dass er gerade mit seinem Feuerwehrauto ein Legofigur rettet. Er hat so viel Fantasie und ich liebe es ihm bei Spielen zu beobachten und ihm vorzulesen. Ich werde es vermissen, wenn er müde wurde und anfangen hat sich anzukuscheln und mit meinen Haaren zu spielen. Oder mir meinen Rücken massiert hat, nur um dann zu verlangen, dass ich seinen Rücken auch massiere. Dieses verschmitzte Grinsen, das tiefe Lachen, und die dunkelbraunen, ja fast schwarzen Augen mit seinen langen Wimpern, die mich immer so tiefgründig angeschaut haben. Gott, wie habe ich den kleinen Kerl in meinen Herz geschlossen. Ständig hat er ganz leise ins Ohr geflüstert: Katie, I love you to the moon and back. Und ja Jasper, dich liebe ich auch, mindestens zwei Mal zum Mond und zurück!

Auch Archie habe ich so unfassbar in mein Herz geschlossen, auch wenn unsere Beziehung einer Achterbahn glich. Trotz all seiner Stimmungsschwankungen und Wutanfälle hat er mir so viel Liebe geschenkt, mir tausende Umarmungen gegeben. Ständig musste ich Kussattacke über mich ergehen lassen 😀 Trotz seiner 5 Jahre ist er schon so erwachsen, hatte auf alles eine Antwort parat, hat immer meine Aussprache verbessert (er ist so britisch 😀 ) und wusste immer wo alles im Haus war. Wir hatten nicht ganz so viel Zeit zusammen, wie ich es mit Jasper hatte, da er nur morgens und nachmittags zuhause war während ich gearbeitet habe. Er ging den Tag über immer in den Kindergarten und seit ein paar auch Wochen auch in die Schule. Er hat mich immer wieder mit seinem Wissen über so viele Themen beeindruckt und war so unfassbar stolz, wenn er mir etwas erzählen konnte, wovon ich noch nichts wusste. Und so oft hat er mich zum lachen gebracht und mir im Haushalt geholfen. Ein Kind, was es liebt, Wäsche aufzuhängen oder zu saugen, will doch jeder haben oder nicht? Wenn es eine Sache gab, mit dem ich ihn bestechen konnte, dann war es Schokolade und es gab auch keinen glücklicheren Archie, als wenn es irgendetwas schokoladiges gab – Die Leidenschaft haben wir geteilt 😀 Ich kann mich noch ziemlich genau an meinen zweiten Tag erinnern. Wir saßen auf dem Boden in seinem Zimmer und haben gepuzzelt und auf einmal ist er mir um den Hals gefallen und hat gesagt: I am so happy you’re here. I love you, Katie. Und ab dem Moment war das Eis gebrochen und ich wusste, hier in dieser Familie bin ich richtig. Dieser kleine Moment hat so viel ausgemacht und für mein Auslandsjahr so viel bedeutet.

Aber nicht nur die Jungs werde ich vermissen, sondern auch Abi und Lauch, die mich so herzlich empfangen und in ihrer Familie aufgenommen haben. Ständig saßen wir abends auf der Terrasse und haben Wein getrunken, über Gott und die Welt geredet und gelacht. Sie haben mich gleichzeitig in ihr Familienleben eingebunden, mir aber auch jeden Freiraum gegeben, was ich sehr wertschätze. Auch wenn mein Job anstrengend war, hat es mir viel Spaß gebracht und ich werde alles vermissen.

Ich weiß gar nicht richtig, wie ich meine Situation in Worte fassen soll. Es fühlt sich an, als würde ich einen kleinen Teil von mir hier am anderen Ende der Welt lassen, ohne zu wissen, diesen Teil jemals wiederzubekommen. Ich habe hier ein komplett anderes Leben gelebt und nur Hanjo werde ich aus diesem Leben wieder mit zurück nach Deutschland nehmen. Auf der einen Seite freue ich mich auf zuhause, auf der anderen Seite bricht es mir das Herz. Neuseeland liegt schließlich nicht um die Ecke und diese Ungewissheit macht mich unfassbar traurig. Das Gefühl ist so leer und doch so überwältigend. Das hört sich bestimmt mega komisch an, aber so ist es irgendwie.

Nicht nur meine Gastfamilie, sondern auch meine Freunde lass ich hier. Natürlich habe ich auch ein paar Deutsche kennengelernt, eine Freundin wohnt zu Beispiel nur eine halbe Stunde von Zuhause entfernt, aber mein richtig enger Freundeskreis, das sind Leute, die auch sehr weit weg entfernt leben: San Diego, Pennsylvania, Chicago, eigentlich Helsinki, aber bald Brisbane in Australien. Natürlich hoffe ich auf ein Wiedersehen, aber auch das ist ungewiss und steht in den Sternen.

Dieses Auslandsjahr hat mir so viel gegeben, ich habe so viel über mich und mein Leben gelernt, Einstellungen geändert, bin offener geworden, abenteuerlustiger und habe ein bisschen mein Drang zum Überorganisieren und alles Perfekt machen unterdrücken können. Ich will nachhause. Ich will hierbleiben. Ich will meine Familie sehen. Ich möchte meine Familie nicht verlassen. Ich möchte nach Deutschland mein altes Leben wiederhaben. Ich möchte in Neuseeland bleiben und mein neues Ich sein. Der struggle ist real. Ich weiß, dass das alles einmalig war und es nie wieder so sein wird, wie es war. Selbst, wenn ich wiederkommen sollte, wird sich so viel verändert haben und meine Freunde alle wieder in ihrem richtigen Zuhause sein.

Abschied nehmen ist einfach blöd. Und vielleicht noch blöder, als es damals in Deutschland war.

 

#traveltuesday: Kiwi-Slang

Kia Ora! Gidday mate, how ya going? Bevor ich nach Neuseeland gekommen bin, kamen von meinen Mitmenschen immer so Aussagen wie „Dann hast du ja am Ende voll den Slang“ oder „Oh Gott, meinst du denn du verstehst die Neuseeländer überhaupt?!“. Und ja es gibt sehr viele Klischees über das Englisch der Australier und Neuseeländer und vermutlich werden diese schon in der Schule geprägt, wenn man bei den Höraufgaben immer einem nuschelnden Australier mit einer heißen Kartoffel im Mund zuhören musste und es auch beim dritten Mal nicht verstanden hat, was der eigentlich gesagt hat. Aber so schlimm, wie alle immer glauben ist es eigentlich gar nicht. Manchmal führen die eigensinnigen Begriffe aber doch schon zu witzigen Missverständnissen. Hier also mal ein Mini-Kiwi-Wörterbuch:

  • Sweet as“ und „mean as“ zum Beispiel bedeutet eher „Cool“ oder „Einverstanden“.
  • Der Begriff „bloody“ wird in gefühlt jeden Satz eingebaut, als würden sie versuchen das Wort verzweifelt vom Aussterben zu retten und „mate“ kann man auch überall ans Ende hängen. Egal, was du sagst. Ganz egal. That’s bloody annyoing, mate.
  • Anstatt „a lot“ sagt man hier übrigens „heaps“.
  • Die Neuseeländer benutzen übrigens auch „chilly bins“ um ihr Bier zu kühlen und mit „jandals“ (Flip Flops) geht man hier auch in den Supermarkt, um Bier zu kaufen.
  • Ihren geliebten Grill nennen sie übrigens „barbie“ und ihre Badekleidung „togs“, no matter ob eine badehose, ein Bikini oder Badeanzug gemeint ist.
  • Für die größte Verwirrung sorgte bei mir das Wörtchen „choice“ das hier auch großartig bedeutet.

Interessant wird es aber, wenn sich der Kiwi-Slang noch mit einem chinesischen oder indischen Dialekt vermischt. Dann sind auch gefühlt die Einheimischen raus 😀

In Neuseeland gibt es übrigens drei offizielle Sprachen: Englisch, Maori (die Sprache der Einheimischen) und Zeichensprache. I know, heaps of information, mate. But don’t pack a sad, she’ll be right!!

Let’s talk about: „Me-Time“

Sich Zeit für sich zu nehmen ist unheimlich wichtig. Das gilt natürlich nicht nur als AuPair oder Backpacker, sondern auch ganz generell. Aber vor allem wenn man den ganzen Tag mit den Kindern zusammen ist, viel reist, im Hostel lebt und sich viel mit Freunden trifft, ist es meiner Meinung nach umso wichtiger, sich Zeit für sich alleine zu nehmen. Bei einem Auslandsjahr schwindet die Privatsphäre oftmals, da man ständig von irgendwelchen Leuten umgeben ist. Leuten, die man erst kurz kennt. Wenn ich meine Arbeit beendet habe, verziehe ich mich erst einmal auf mein Zimmer und komme auch bis es Essen gibt nicht mehr heraus 😀 Und ich finde es auch nicht verwerflich oder gar unmöglich sich gleich zu verziehen. Man möchte ja auch seiner Gastfamilie etwas Privatsphäre geben. Ich finde es gibt nichts Schlimmeres, als im eigenen Haus keine Ruhe zu haben. Klar sind da die Kinder und die sind auch nicht gerade leise, aber wenn Lauch und Abi müde und kaputt von der Arbeit nachhause kommen, dann sind sie glaube ich immer ganz froh, wenn die Jungs mal vor dem Fernseher sitzen und ich auch nicht zu sehen bin und die ganz in Ruhe das Haus mehr oder weniger für sich haben, auch wenn trotzdem alle zuhause sind. Und ich brauche diese Zeit auch für mich, um abzuschalten, nicht gestört zu werden und einfach mal alleine zu sein.  Ich gehe zwar auch gerne mal mit Freunden aus (die besten Anlaufstellen gibts hier), aber dann fehlt mir immer richtig die Zeit, in der ich nichts zu tun habe. Am meisten schätze ich die Zeit, in der ich alleine bin (womit nicht einsam gemeint ist!) Im Hostel würde ich zum Beispiel auch darauf achten, dass die Betten Vorhänge haben. Das hatte ich leider in Sydney nicht und ich kann euch sagen die Privatsphäre ist im Minus Bereich. Auch Handtücher vor das Bett hängen klappt nur bedingt, dazu muss man erst einmal das untere Bett haben und dann fallen diese in der Nacht auch meistens runter.

Während man als AuPair ja sein eigenes Zimmer hat, sieht es als Backpacker oftmals schlecht aus. Da ist es dann vielleicht ganz angenehm in einen Park oder auch eine Bibliothek zu gehen, Orte an denen es ruhig ist und man mit niemanden reden muss. Oder einfach raus aus der Stadt, denn in Neuseeland gibt es sehr sehr sehr viele Orte, an denen man alleine ist und seine Ruhe hat 😀

 

Indoor-Aktivitäten mit Kindern

Kennt ihr das, wenn es draußen den ganzen Tag regnet, womöglich noch an einem Sonntag und man einfach nichts wirklich machen kann? Ich würde mich dann ins Bett legen und Netflix gucken, ein Buch lesen oder schlafen. Vorausgesetzt ich habe nichts vor. Aber was tun, wenn man trotz allem zwei kleine Kinder bespaßen muss?

  1. Je nach Alter des Kindes sind Gesellschaftsspiele eine tolle Beschäftigung. Auch leichte Puzzle oder Memory können die kleinen schon. Damit schlägt man schon etwas Zeit rum.
  2. Bücher lesen und dazu Malen. Das habe ich bis jetzt immer nur gemacht, um Archie zu beschäftigen. Während ich ein Kinderbuch vorlese, sitzt er neben mir und malt ein passendes Bild zur Geschichte. Oder einfach die Sachen, die in dem Buch vorkommen. Das fördert nicht nur Konzentratiosnfähigkeit sondern auch die Kreativität. Jasper allerdings ist zu klein dafür. Mit ihm lese ich entweder ein Buch oder wir „versuchen“ etwas auszumalen.
  3. Eine Lego Stadt bauen. Auch das lässt sich super in der Gruppe machen, vorausgesetzt man hat genug Lego-Bausteine. Aber wenn jeder ein bis zwei Häuser baut und man am Ende alles zusammensetzt, dann können die Jungs sogar noch eine ganze Weile damit ihren Legofiguren darin spielen, ohne dass es gleich langweilig wird 😉
  4. Eine Höhle bauen, Popcorn machen und einen Film darin schauen. Grenzenloser TV-Konsum ist zwar meistens die einfachste Lösung für Regentage, aber nicht wirklich die Beste. Ganz gemütlich einen Film schauen kann man aber schon. Um das perfekte kostenlose Kino-Erlebnis zu haben kann man ja gemeinsam Popcorn selber machen (siehe Rezept) und eine Höhle bauen, in die sich dann alle hereinkuscheln.
    Popcorn-Rezept: Popcornmais, Öl und Zucker. Einen großen Kochtop nehmen und so viel Öl hineingießen, bis der Boden vollständig bedeckt ist. Das Öl ganz heiß (!!) werden lassen. Etwas Zucker hinzugeben und umrühren. Den Popcornmais hinzugeben und sofort den Deckel schließen. Nicht wieder hochnehmen!! Den Herd ausmachen und warten, bis keine Geräusche mehr zu hören sind. Vorsicht das Popcorn ist sehr heiß. 
  5. Kneten. Wenn man keine Knete zuhause hat, kann man diese ganz leicht selber machen und mit Lebensmittelfarbe und Glitzer nach belieben dekorieren. Somit wird nicht nur das Kneten ein Event, sondern auch die Herstellung der Knete.
    Knete-Rezept: 250g Mehl, 230 ml heißes Wasser, 50g Salz, 2 El Öl & Lebensmittelfarbe. Alles vermengen und für eine halbe Stunde kalt stellen. Nach Gebrauch im Kühlschrank lagern. 
  6. Gemeinsam backen. Wie wäre es zum Beispiel mit diesem leckeren Bananenbrot ? Oder Plätzchen (auch wenn keine Adventszeit ist, Kekse gehen immer 😉 ) Auch Muffins sind eine tolle Möglichkeit, da nach dem Backen jeder seinen eigenen Muffig mit Frostig, Zuckerguss und Streusel, Gummibärchen etc. dekorieren kann.

 

Let’s talk about: Wildcampen

Der Nachthimmel wird von tausenden Sternen hell erleuchtet, eine frische Brise lässt das grüne Gras leise hin- und herschaukeln und in der Ferne hört man die Wellen des Meeres brechen. Klingt nach einem Paradies – ist es auch! Selbst als Nichtcamper genießt man das Campen in Neuseeland einfach, man kann gar nicht anders. Die weiten, unberührten Landstriche Neuseelands und die vielerorts spürbare Abgeschiedenheit sind wie geschaffen für alle, die Freiheit in jeder Form spüren wollen. Doch leider hat das unverantwortliche Verhalten einiger Urlauber in den letzten Jahren dazu geführt, dass die Kiwis ihre Regeln bezüglich des Wildcampens stark verschärft haben und Verstöße mit hohen Freiheitsstrafen ahnen. Ein paar Gedanken über die Verantwortung des Menschen gegenüber der Umwelt und inwiefern die neuen Regeln gerechtfertigt sind:

Also erst einmal finde ich es eine absolute Schande und mehr als peinlich, dass es überhaupt dazu kommen musste. Ich frage mich, was in den Menschen vorgeht, die einen Busch als Toilette umfunktionieren, ihre Abfälle in den Wald schmeißen, heißes Wasser auf bedrohte Pflanzen gießen, tagelang an einem Ort bleiben und alles kaputt trampeln und fahren und nicht hinter sich aufräumen. Dabei spreche ich nicht nur von Backpacker, es sind auch oftmals Einheimische, die genauso handeln. Und es macht mich wütend und traurig zugleich. In Neuseeland ist mir noch einmal mehr bewusst geworden, wie wunderschön und einzigartig diese Welt ist und dass wir noch viel bewusster und nicht so verschwenderisch umgehen sollten. Das gilt nicht nur in Neuseeland, sondern überall auf dieser Welt. Wieso verpacken wir alles in Plastik ? Wieso wird für fünf Meter Weg das Auto genommen? Wieso entsorgen wir unseren Müll nicht angemessen? Wieso schmeißen wir Lebensmittel weg und verschwenden so viel Wasser? Wieso hinterlassen wir so viel mehr als nur Fußspuren? Was ich aber noch erschreckender finde: Wieso man sich in einem Land als Gast nicht als solcher benehmen kann. Respektvoll. Es ist ein unfassbares Geschenk, Länder wie Neuseeland zu bereisen und die allertollsten und einzigartigsten Naturspektakel zu entdecken. Stattdessen zerstören wir es, führen uns auf wie Schweine, hinterlassen Chaos und machen alles kaputt, für die, die nach uns kommen. Keine Frage, das ist inakzeptabel!

Allerdings darf man nicht die Schuld nur auf die Backpacker schieben. Wer selber Müll in den Wald wirft und sein Kaugummi einfach fallen lässt, den Müll nicht trennt, jedes einzelne Produkt in eine extra Plastiktüte beim Einkaufen packt (ohne Witz jetzt) und über öffentliche Verkehrsmittel, Fahrräder und zu Fuß gehen nicht einmal nachdenkt, der kann nicht mit dem ausgestreckten Finger auf die Backpacker zeigen. Bescheuerte Doppelmoral. Ohne „uns“ Backpacker und Reisenden würde es Neuseeland wirtschaftlich gar nicht so gut gehen. Wir bringen Geld mit, kurbeln durch unsere Arbeit die Wirtschaft an und geben in den meisten Fällen das Geld auch wieder im selben Land aus. Ohne „uns“ wäre die Tourismusbranche ein Witz. Wir sind ein ganz großer Einnahme -und Wirtschaftsfaktor Neuseelands. Und natürlich gibt es schwarze Schafe, aber alle Backpacker und Reisende über einen Kamm zu scheren ist genauso emotional unreif, wie rücksichtslos und unnachsichtig zu verwüsten.

Es ist viel mehr an der Zeit, dass Neuseeland Gegebenheiten optimiert oder erst einmal erschafft. Mülleimer im öffentlichen Raum, saubere Toiletten, ausgebaute Straßen, zumutbare öffentliche Verkehrsmittel und mehr kostenlose bzw. günstige Campingplätze mit den nötigen Einrichtungen. Dieses Problem existiert und anstatt mit dem Finger zu zeigen, zu schimpfen und alles zu verbieten – sich damit aber eigentlich selber schaden – ist es vielmehr an der Zeit das Problem an der Wurzel zu packen und die Infrastruktur für den Tourismus zu verbessern. Denn Touristen wird es immer geben, dafür ist Neuseeland zu schön und einzigartig und die Branche ist existentiell für das Land. Aber es bringt nichts die Augen zu verschließen und zu pöbeln, denn auch schwarze Schafe wird es immer geben.

Dennoch sollten wir uns alle einmal an die Nase fassen und überlegen, wie groß unser ökologischer Fußabdruck wirklich ist und ob wir nicht an unserem Verhalten etwas verändern können und hinterfragen, was man von Gästen und Urlaubern in seinem eigenen Land erwartet und sich dreifach so vorbildlich im Ausland verhalten. Denn Wildcampen ist Geschichte, aber vielleicht kann man das Campen an sich in Neuseeland vor dem Aussterben retten!

Let’s talk about: Gastfamilie suchen, kontaktieren & sich für eine entscheiden

Wenn man sich dazu entschieden hat als AuPair ins Ausland zu gehen, dann steht man oftmals vor der Frage: Organisation – Ja oder Nein? Auch zu diesem Thema habe ich bereits einen Artikel veröffentlicht, und zwar hier. Wenn man sich für die Organisation entschieden hat, dann ist diese ja dein Vermittler, um eine passende Gastfamilie zu finden. Wenn du – so wie ich – dich dagegen entscheidest und das Geld sparen möchtest, musst du auf anderen Wegen eine Gastfamilie finden, die dich in deinem Wunschzeitraum aufnimmt. Wie man den restlichen Aufenthalt organisiert gibt es hier nachzulesen, in diesem Beitrag möchte ich aber gerne speziell auf die Gastfamilie eingehen. Wo man die überhaupt herbekommt, wie das mit dem kontaktieren und dem ersten Skype-Gespräch aussieht und wie man sich letzendlich für die richtige Familie entscheidet. Das sind natürlich alles nur persönliche Erfahrungen.


WO FINDE ICH EINE GASTFAMILIE

Eine Gastfamilie gibt es auf mehreren Wegen zu finden. Für alle die langfristiger suchen und von Deutschland aus ihre große Reise planen würde ich eines der Vermittlungsportale empfehlen:

Ich habe mich damals auf mehreren Portalen angemeldet und ein ausführliches Profil erstellt. Am besten gefallen hat mir allerdings aupairworld, da die Bedienung sehr einfach war, es unfassbar viele Gastfamilien gab und es komplett kostenlos ist – es sei denn man entscheidet sich für die Prämium-Variante. Hierüber habe ich auch meine Gastfamilie gefunden.

Es lohnt sich durchaus auf mehreren Portalen ein Profil zu erstellen, um seine Chancen zu vergrößern und wenn man einmal eine Text verfasst hat kann man diesen so oder so ähnlich auch auf den anderen Seiten verwenden. Der Aufwand ist also nicht so riesig und man erhöht definitiv seine Chancen auf die für einen passende Gastfamilie.

Über aupairworld können Gastfamilien und Aupairs über eine Nachrichtenfunktion austauschen, ohne dass man seine privaten Kontaktdaten preisgeben muss. Außerdem wählt die Seite schon passende Gastfamilien für dich aus, natürlich deinen Suchkriterien entsprechend. Wenn du eine Familie suchst, die dich von Oktober bis Februar aufnimmt und maximal zwei Kinder zwischen 3 und 7 Jahren hat, dann werden auch nur diejenigen Familien angezeigt. Wenn du aber nicht zu verbissen nach einem bestimmten Kriterium suchst und offen allen Familien, dem Alter der Kinder, der Anzahl der Kinder, des Wohnortes der Familie und auch etwas flexibel im Reisezeitraum bist erhöhen sich natürlich auch hier deine Chancen auf eine Gastfamilie. Ich habe immer mal wieder meine Suchkriterien geändert und habe geschaut, was der „Easy Find“ mir alles an Familien angeboten hat – selbst wenn das Startdatum einen Monat später wäre oder die Familie ein Baby hätte. Viele Familien sind wesentlich flexibler, als sie es in der Beschreibung angeben und oftmals kann man mit vermeintlich ausgedehnten Suchkriterien genau das finden, wonach man eigentlich sucht.

Eine weitere Alternative, um eine Gastfamilie zu finden sind zum Beispiel:

  • Facebook: öffentliche Gruppen wie „AuPair in Auckland“ „AuPair Neuseeland“ und so weiter..
  • Kontakte: heutzutage gehen ja schon viele junge Menschen ins Ausland und ich bin mir ziemlich sicher, dass der Großteil jemanden in seinem Umfeld hat, der bereits im Ausland war oder sogar als AuPair gearbeitet hat und dir eine gute Familie vermitteln kann. Oder zumindest wertvolle Tips geben kann.

WELCHE ERWARTUNGEN KANN ICH AN EINE GASTFAMILIE HABEN

Bevor man nach einer Gastfamilie guckt, sollte man sich vorher schon etwas Gedanken darüber machen was man eigentlich möchte. Spaß am Umgang mit Kindern sollte eigentlich eine Grundvorraussetzung sein, dennoch gibt es riesige Unterschiede mit dem Alter der Kinder. Mir war zum Beispiel von Anfang an klar, dass ich nicht mehr als drei Gastkinder haben und auch kein Baby betreuen möchte. Außerdem wollte ich in einer Großstadt (Auckland oder Wellington) leben und nicht auf einer Farm mitten im Land. Bei dem Alter war ich aber relativ flexibel (bis auf die Baby-Sache). Generell gilt je jünger die Kinder desto mehr Arbeit aber auch mehr Geld. Wenn die Kinder bereits älter sind und durchgehend in die Schule und den Kindergarten gehen, dann arbeitet man nicht so viel, aber bekommt auch nicht so viel Geld. Wenn die Familie erfahren ist was AuPairs angeht, ist sie meistens auch entspannter, was die Arbeit, den Übernachtungsbesuch, die Freizeitgestaltung oder auch die zusätzlichen Annehmlichkeiten wie ein Auto angeht. Allerdings ist es dann auch in der Regel so, dass man nicht eine ganz enge Verbindung aufbaut, die über Jahre hinweg hält, da man oftmals schon das zehnte AuPair ist. Je weiter die Familie von Großstädten entfernt wohnt, desto mehr Annehmlichkeiten wie ein eigenes Auto, eine eigenes Badezimmer, lange Wochenenden, … gibt es, da die Familie natürlich werben will, weil viele AuPairs die Großstadt bevorzugen, da man dort besser „connecten“ kann. Natürlich möchte ich das jetzt keinesfalls alles pauschalisieren, aber das sind so die Erfahrungen, die ich und meine Freunde gemacht haben. Ausnahmen gibt es natürlich immer 😉  Worauf ich hinaus will: man muss sich vorher ein paar wichtige Gedanken machen, worauf man besonders Wert legt, was einem wichtig ist und wo man auch bereit ist Kompromisse einzugehen. Denn um einmal die Seifenblase der Illusionen zu zerplatzen: Die perfekte Gastfamilie gibt es NICHT!

Fragen, die man sich stellen sollte:

  • Möchte ich ein richtiges Familienmitglied werden und auch meine Freizeit gerne mit der Gastfamilie verbringen ?
  • Wie viel bin ich bereit zu arbeiten? Bin ich in der Lage einen 45 Stunden Job die Woche auszuführen, oder möchte ich ein entspanntes Auslandsjahr haben zum „chillen“?
  • Was mag ich an Kindern gerne? Finde ich Kuscheln und Vorlesen besser oder bevorzuge ich Action und Gruppenspiele? Welches Alter passt besser zu mir?
  • Wie gut ist mein Englisch/Französisch/Spanisch/Italienisch/…?
  • Habe ich genügend Ersparnisse oder muss ich mir meine Reisen überwiegend durch meinen AuPair-Job bezahlen?
  • Kann und will ich die Verantwortung für kleine Kinder tragen?
  • Traue ich mich im Ausland (gegebenenfalls im Linksverkehr) Auto zu fahren?
  • Ist es für mich in Ordnung, wenn meine Gastfamilie Haustiere hat und ich mich auch um die kümmern muss?
  • Wo will ich leben? Großstadt, Meernähe, Land, Berge ?
  • Wo kann ich Kompromisse eingehen bzw. verzichten?

Wenn man sich darüber bereits im Voraus Gedanken macht, kann man Enttäuschen durchaus verhindern. Und besser nochmal weitersuchen nach einer Familie, als sich für eine zu entscheiden, die irgendwie gar nicht meine Erwartungen erfüllt.

Einem AuPair stehen ein eigenes Zimmer, alle Mahlzeiten und ein Taschengeld zur Verfügung. Hinzu kommen bezahlte Krankheits- und Urlaubstage. Diese orientieren sich in der Regel an denen des Landes.

Extras sind ein eigenes Auto für die Freizeit, (wenn du die Kinder fahren musst, dann MUSS dir ein Auto inkl. Benzin für deine Arbeitszeiten zur Verfügung stehen), ein eigenes Badezimmer (i.d.R. teilt man sich ein Bad mit den Gastkindern), verlängerte Wochenenden, Handytarife,… Das sind natürlich tolle Annehmlichkeiten, dazu sind die Familien allerdings nicht verpflichtet.

Für ca. 30 Stunden Arbeit (Kinderbetreuung + leichte Hausarbeiten, die mit den Kindern zusammenhängen) in einer Familie mit zwei Kindern im Kindergarten-/Schulalter kann man ca. 200$ pro Woche in Neuseeland erwarten. (Richtwert, keine feste Angabe! Es hängt auch mit der zu verrichteten Arbeit und der Anzahl und dem Alter der Kinder zusammen!) 


DER ERSTE KONTAKT MIT DER GASTFAMILIE UND DAS ERSTE SKYPEGESPRÄCH

Wenn man eine Gastfamilie kontaktiert und ein Profil auf Aupairworld hat, sollte man eine kurze aber persönliche und gut durchdachte Nachricht an die Familie schreiben. Darin sollte man sein Interesse bekunden und wenn möglich auch klarmachen, warum du dich grade für diese Familie interessierst. Das kann zum Beispiel sein, dass sie dir gleich aufgefallen sind, da alle auf den Bildern so sympathisch aussehen oder die Kinder dein Wunschalter haben, die Gastfamilie bereits so viel Erfahrung mit AuPairs hat oder sie zum Beispiel deutsche Wurzeln haben. Am besten man liest sich das Familienprofil gut durch und achtet auf kleine Details, um sofort in der ersten Nachricht zu zeigen: „Ich habe mich mit euch auseinandergesetzt und habe ernsthaftes Interesse. Das ist keine Copy+paste Nachricht.“ Des Weiteren sollte man natürlich auch hervorheben warum man gerade der perfekte Typ für diesen Job ist und seine Erfahrungen mit Kindern erwähnen und seine Stärken betonen. An letzter Stelle sollte man sie einladen auf das eigenen Profil vorbeizuschauen und anbieten alle aufkommenden Fragen liebend gerne zu beantworten. In der ersten Nachricht würde ich nicht gleich nach einem Skype-Gespräch fragen, aber auf jeden Fall betonen, dass man sich sehr über eine kurze Rückmeldung freuen würde.

Generell sollte es einer Mini-Bewerbung gleichen, vor allem wenn die Familie sehr gute Konditionen bietet und viele Bewerbungen erhält. Es sollte gleich herausstechen, warum du Interesse hast und was deine Vorteile sind. Wenn du z.B. ein Zertifikat oder ein bestimmte Ausbildung, eine Praktikum oder sonstiges hast – ERWÄHN ES. Selbst wenn du darüber auf deinem Profil ausführlich berichtest. Gib der Familie einen Grund, warum sie sich schleunigst dein Profil angucken sollten. Sieh zu, dass deine Nachricht nicht im Haufen von Bewerbungen untergeht. Nichtsdestotrotz ist es keine Bewerbung für einen Job in einem internationalen Unternehmen. Man darf gerne persönlicher werden, auf die Familie zu sprechen kommen, Interesse zeigen und sogar Fragen stellen, wenn etwas unklar ist oder auch Fragen stellen, um Interesse zu zeigen. Prinzipiell würde ich erst einmal etwas förmlicher schreiben, sobald aber eine sehr umgangssprachliche Nachricht zurückkommt, sich deren Schreibstil anpassen. Wie gesagt, es ist ein Job, aber man bewirbt sich immer noch, um als Familienmitglied aufgenommen zu werden. Und da sollte man in erster Linie sympathisch rüberkommen und angenehm auf die Gastfamilie wirken und nicht so ‚Omg, die hält sich aber für toll‘ oder ‚Die nervt mich ja jetzt schon‘.

Nach ein paar ausgetauschten Nachrichten kommt irgendwann die Frage nach einem Skype-Gespräch, bzw. man stellt sie selber. Und natürlich ist man davor super aufgeregt, hat Angst, dass man kein Wort herausbringt, die Familie nicht versteht, einem die Vokabeln ausgehen oder auch die Gesprächsthemen. Aber keine Sorge, selbst wenn es dein erstes Gespräch ist, hat die Familie das oftmals schon gemacht. Und alle Familien wissen, dass ihnen kein Muttersprachler gegenüber sitzt, also auch wegen der Sprache sollte man sich gar keine Gedanken machen. Das Gespräch ist vielmehr dazu da um zu sehen, ob man menschlich überhaupt zusammen passt – niemand wird deine Fremdsprachenkenntnisse bewerten!

Hilfreich ist es allerdings sich ein paar Notizen zu machen und sich Fragen im vorweg aufzuschreiben, damit man in der Aufregung nichts vergisst (gerne auch schon in der Fremdsprache). Fragen können zum Beispiel sein:

 1. DER ALLTAG, DIE ARBEITSZEITEN UND ERWARTUNGEN
  • Wie sieht ein typischer Tag aus?
  • Gehen die Kinder in die Schule/den Kindergarten und wenn ja wie lange?
  • Bekomme Ich einen festen Schedule? (Wichtig! Viele Familien reden davon, aber fragt vielleicht auch das aktuelle Au-Pair, wie es tatsächlich aussieht)
  • Muss ich am Wochenende arbeiten?
  • Welche After-School-Activities haben die Kinder?
  • Wird erwartet, dass ich koche?
  • Wird erwartet, dass ich einkaufen gehe?
  • Gibt es Haustiere? Wenn ja, in wie fern muss ich mich um sie kümmern?
  • Wie viel Zeit verbringen Kinder und Eltern gemeinsam?
  • Isst die Familie gemeinsam?
  • Verbringt die Familie auch in der Freizeit Zeit mit dem Au-Pair?
  • Was sind die wichtigsten Werte der Erziehung?
  • Welche Eigenschaften sollte das Au-Pair mitbringen? Was ist ihnen besonders wichtig?
2. DIE KINDER
  • Wie würden sie die Kinder in ein paar Worten beschreiben?
  • Was sind die Lieblingsfächer in der Schule?
  • Was ist das Lieblingsessen?
  • Gibt es irgendwelche Allergien oder Special Needs?
  • Was sind die Lieblingsbeschäftigungen?
  • Treffen sie sich viel mit Freunden? (Playdates?)
  • Was sind die „Macken“ der Kinder? (das kann man auch als eine lustigere Frage einbauen und z.B. von eigenen kleinen Macken erzählen, das lockert auf!)
  • Wie ist das Verhältnis der Kinder zueinander (Eifersucht, Streitereien…?)
3. DIE „PRIVILEGIEN“
  • Bekomme ich ein Auto?
  • Wie darf ich das Auto nutzen? (Nur während der Arbeit/Immer/bestimmte Zeiten oder Kilometer?)
  • Wer zahlt für Sprit?
  • Wie sieht mein Zimmer aus? (Wo befindet es sich?)
  • Plant die Familie Urlaube und planen sie, das Au-Pair mitzunehmen?
  • Gibt es eine Curfew? (Eine bestimmte Zeit, zu der ich abends zuhause sein muss?)
  • Dürfen andere Au-Pairs in meiner Freizeit vorbei kommen? (Übernachtungen?)
4. DIE UMGEBUNG
  • Wie viele Au-Pairs wohnen in der Nähe? (Und wie weit weg?)
  • Welche College-Möglichkeiten gibt es?
  • Gibt es Freitzeitaktivitäten im Nahen Umkreis (Fitnessstudios, Spielplätze für die Kinder, Schwimmbäder etc)
  • Wie weit ist der nächste Supermarkt entfernt?
  • Wie weit ist es bis zur nächsten Mall oder einem guten „Treffpunkt“?
5. Fragen an das aktuelle Au-Pair 
  • Wie sieht der Schedule tatsächlich aus?
  • Was sind die größten Schwierigkeiten mit den Kindern?
  • Was sind die Macken der Gasteltern bzw worauf sollte man achten?
  • Wie attraktiv ist die Umgebung/Lage?
  • Wie zuverlässig sind die Eltern? (Pünktlichkeit/Bezahlung etc)

Es sollte übrigens nicht nur bei einem Skypegespräch bleiben und es ist auch gut, wenn zwischendurch einmal alle Familienmitglieder gesprochen wurden. Mit alle meine ich jetzt natürlich nicht Tante, Cousin und Uroma, aber man sollte nicht nur mit der Mutter skypen, sondern auch einmal die Kinder und den Vater zu Gesicht bekommen.


SICH FÜR DIE RICHTIGE FAMILIE ENTSCHEIDEN

An diesem Punkt kommen wir nochmal auf die eigenen Erwartungen zu sprechen: Sind diese erfüllt? Oder welche Kompromisse werde ich eingehen? Kann ich damit 6/9/12/.. Monate mit leben?

Abgesehen von den eigenen Kriterien ist aber das Bauchgefühl sehr viel entscheidender. Habe ich mich bei den Gesprächen wohlgefühlt? Finde ich die Familie sympathisch ? Konnte ich vielleicht mit einem der vorherigen Aupairs sprechen und mir ihre Sicht der Dinge einholen ? Fühle ich mich wohl bei dem Gedanken, mit dieser Familie die nächsten Monate zusammenzuleben ?

Manchmal stimmen die Kriterien aber das Bauchgefühl einfach nicht, dann würde ich mich auf jeden Fall dagegen entscheiden. Wenn die Kriterien nicht zu 100% erfüllt sind, aber ich mich super verstanden habe mit der Familie und super gerne bei denen leben und arbeiten würde, dann wäre ich die Entscheidung nochmal gut überdenken. Manchmal kann man größere Kompromisse eingehen, als man vielleicht anfänglich vermutet 😉

Und ganz wichtig ist auch die Erkenntnis, dass wenn es am Ende doch nicht funktioniert: Gastfamilien gibt es wie Sand am Meer (vor allem in Australien und Neuseeland) und wenn man es durch klärende Gespräche nicht regeln kann, findet man ganz schnell auch vor Ort einen passenden Ersatz!


WORAUF MUSS ICH SONST NOCH ACHTEN

Dazu hat natürlich jeder eine andere Meinung, aber ich finde einen Aupair-Vertrag ziemlich sinnvoll und auch wichtig. Es geht gar nicht darum eine zehnseitigen Vertrag dreimal zu unterschreiben, sondern vielmehr darum eine Auflistung aller Eckdaten zusammenzustellen, den beide Parteien einsehen und nachschauen können und dem beide Parteien von Anfang an zustimmen. Darin festgehalten werden sollten: Arbeitszeiten, Gehalt, Aufgaben (klar definiert; nicht: Wäsche machen, sondern: 3x die Woche, die Wäsche der Kinder waschen und 1x die Woche Handtücher der Kinder waschen, bügeln nicht notwendig) die Hausregeln (z.B. das Benzin das für eigene Zwecke genutzt wird muss selber bezahlt werden; Übernachtungsgäste nur nach Absprache mit Familie; Das AuPair ist für die Sauberkeit ihrer eigenen Räume zuständig;..) und allgemeine Infos (z.B. Vorsicht immer das Tor zur Straße schließen; Keine Rasierer und Scheren im Badezimmer offen rumliegen lassen; Allergien;…) enthalten. Dadurch können Missverständnisse vermieden werden und wenn es zu Änderungen/.. kommt hat man seine „Rechte“ immer schriftlich vor sich liegen. So kann einem zum Beispiel nicht eine Aufgabe aufgezwungen werden oder unbezahlte Überstunden ignoriert werden. Es ist einfach zur Sicherheit beider Parteien und kann keinesfalls schaden!