Goodbye Kindergarten – Hello School

Für Archie beginnt mit seinem 5. Lebensjahr auch seine Schulzeit. Er hatte vor den Ferien sein letzten Tag im Kindergarten, ist während der Ferien ein Jahr älter geworden und hat nach den Ferien seinen ersten Schultag gefeiert.

Das Schulsystem in Neuseeland: 

Das ist etwas anders als in Neuseeland. Man unterteilt in drei Gruppen: 0-5 Jahre befindet sich im Stadium des frühen Lernens (Early Learning). Hier erhalten die Eltern 20 Stunden die Woche kostenfrei Betreuungsmöglichkeiten, wie z.B. Childcare, Kindergarten und Vorschule. Wobei in allen drei Sachen weit mehr als nur Spielen im Vordergrund steht. Es werden bereits hier gewisse Themen behandelt wozu die Kinder spielerische Projekte umsetzen: angenommen das Thema des Semesters ist Dinosaurier, dann werden beispielsweise Dinosaurier gezeichnet, aus Ton geformt, in der Sandkiste ausgegraben, in die Museumsabteilung gegangen, Bücher gelesen, Filme dazu geschaut, und viel mehr. Natürlich stehen alle möglichen Spielzeuge zur Verfügung , mit denen die Kinder frei spielen dürfen und können. Allerdings wird auch schon im frühen Alter von 0-5 auf sehr viel mehr Bildung (in spielerischer Form) gesetzt, als bei uns in Deutschland.

Die zweite Gruppe ist die Altersstufe 6-16. Dort besteht die Schulpflicht. Die meisten Kinder werden allerdings an oder direkt nach ihrem 5. Geburtstag eingeschult und werden in einer bereits bestehenden Klassengemeinschaft aufgenommen. Sprich Archie kommt nun in eine Klasse, in der einige Kinder seit ein paar Wochen, andere seit ein paar Monaten und wiederum andere vielleicht schon ein Jahr sind. Das klingt erstmal merkwürdig, Tatsache aber ist, dass die ersten ein bis zwei Semester eher so das Kindergarten-Lernprinzip fortgesetzt wird und alle so auf den gleichen Stand gebracht werden. Jeder lernt nach seinem eigenen Fortschritt und Bildungsstand. Es gibt die Primary School (entweder Klasse 1-6, oder 1-8), wenn man in dieser nur 6 Jahre geht es weiter in die Intermediäre Schule (Klasse 7-8) und dann geht es auf die High School (Klasse 9-13). Man kann mit Erreichen des 16. Lebensjahres die Schule nach Klasse 11 beenden, genau wie bei uns in Deutschland auch.

In Neuseeland gibt es drei Schultypen: Staatliche Schulen, staatliche Schulen mit einem besondern Charakter und private Schulen. Archie kommt auf die Schule „Our Lady of the Sacred Heart“. Wie der Name schon sagt, ist es eine Schule mit eine religiösen Charakter, genauer gesagt katholischen Charakter und die Schule ist zwar privat, die Kosten aber nicht so hoch, da ein Teil von der katholischen Kirche finanziert wird. In Neuseeland gibt es außerdem auch viele geschlechtergetrennte Schulen. In fast allen Schulen wird in Neuseeland eine schuluniform getragen. Ebenso muss Archie eine tragen: sie ist dunkelgrau (Shorts und Polo) mit einem bordeauxfarbigen Sweatshirt und einer bordeauxfarbigen Krawatte (haha, das sieht vielleicht süß aus! – Obwohl ich gar kein Fan von dem Prinzip Schuluniform bin). Die Mädchen tragen grau-dunkelblau-bordeaux-farbige Kleider mit weißem Kragen und Schleife. Insgesamt ist die Schuluniform farblich sehr hübsch und nicht völlig geschmacklos wie teilweise an vielen anderen Schulen 😉

Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie die Schulzeit für Archie wird und werde zwischendurch mal ein Update geben!

Advertisements

Die ganze Wahrheit über das AuPair-Sein

Diesen Beitrag habe ich jetzt schon so lange geplant und sogar bereits zweimal geschrieben. Aber zweimal wurde er bereits komischerweise gelöscht. Das ist jetzt auch schon bei anderen Artikeln vorgekommen. Von diesem Artikel z.B. wurde anfangs nur die Hälfte hochgeladen und der zweite Teil des Textes war gelöscht und stattdessen standen dort meine ursprünglichen Notizen. Total komisch.. kennt sich jemand damit aus und weiß woran das liegen kann? Bin ich technisch so unbegabt ?! 😀 Aber gut, alle guten Dinge sind schließlich 3..

Über das AuPair sein gibt es jede Menge Klischees. Und viele davon stimmen auch. Viele davon aber auch nicht. Daher rücke ich nun mal mit der ganzen Wahrheit raus. Was bedeutet es eigentlich ein AuPair zu sein?!

  1. Die Sache mit dem Ausschlafen – Im Prinzip rollt man aus dem Bett und ist an seinem Arbeitsplatz. Das ist meiner Meinung nach der beste Teil: der nicht vorhandene Weg zu Arbeit. Ausschlafen ist zwar trotzdem nicht angesagt, wenn man um oder sogar vor sieben Uhr aufsteht. Aber Zeit spart man alle mal, denn Haare kämmen, schminken? Was ist das ?
  2. Die Sache mit dem Kaffee – da braucht es nicht viele Erläuterungen. Zwei Worte zur Beschreibung reichen: zu viel!! (Es muss gar nicht Kaffee sein, aber jedes AuPair hat sein Getränk um sich nervlich durch den Tag zu retten 😉 )
  3. Die Sache mit der Verwechslung – Ganz oft werde ich für die Mutter von den Jungs gehalten, vor allem wenn ich nur mit Jasper unterwegs bin. 3 Jahre ist ja auch noch nicht so alt, dass könnte sogar hinkommen, wenn ich denn eine Teen-Mum wäre.. was zum Glück ja nicht der Fall ist 😀 Nicht nur anhand der schrägen Blicke anderer Leute bin ich mir dessen sicher – Nein ich werde sogar darauf angesprochen und gefragt ob das mein Sohn ist und wie niedlich „mein Sohn“ doch sei.  Aber was sollen die Leute auch anderes denken, wenn ich mit einem 3 jährigen an der Hand durch den Supermarkt spaziere und diskutiere, ob die Cracker gekauft werden oder nicht.
  4. Die Sache mit der Geduld & den Nerven– die braucht man in jeder Hinsicht. Es ist quasi eine Grundvorraussetzung, sei es wenn sie sich fertig machen (oder eben nicht) oder wenn man darauf wartet, dass sie endlich zum Essen kommen. Wenn man wieder mindestens zwanzig Minuten einplanen muss vom Schuhe anziehen (erstmal aussuchen & FINDEN !!) bis hin zum angeschnallt im Auto sitzen. Wenn man zum hunderten Mal auffordert, das Spielzeug aufzuräumen, aufzuessen, die Schuhe in die Kiste zu packen, Hände zu waschen,…
  5. Die Sache mit der Suche – Ihr werdet Stunden, Wochen und Monate mit folgenden Such-Tätigkeiten verbringen: das Suchen des zweiten Schuhs (Immer. Egal, wie oft ihr sagt, dass beide Schuhe in die Schuhkiste gehören.) Das Suchen des einen kleinen Spielzeugautos, denn das gleiche in einer anderen Farbe wäre ja inakzeptabel! Und vor allem die Suche nach Ruhe.
  6. Die Sache mit dem Anziehen – Wenn ihr so wie ich seid und es euch Spaß bringt, den Jungs süße Outfits zusammenzustellen oder sogar Outfits, mit denen die beiden gleich aussehen und euch damit richtig Mühe gebt und stattdessen mit einem Ritter-Piraten-Spiderman an der Hand herumlauft. Überall hin. Bei jedem Wetter. Oder wenn ihr morgens eine Dreiviertelstunde gebraucht habt, bis die zwei endlich in ihren Klamotten stecken und sie im Auto anfangen erstmal ihr Sweatshirt, ihre Schuhe und Socken auszuziehen, weil es zu warm ist.. (Vor allem Jasper ist so ein richtiges Kiwi-Kind .. immer barfuss unterwegs!)
  7. Die Sache mit dem Gepäck – Jeder Ausflug nach draußen wird einer Großexpedition in den Himalaya gleichen. Zumindest, was die Ausrüstung betrifft.
    Gehört ihr zu den gewissenhaften AuPairs, werdet ihr Feuchttücher, Sonnencreme, Apfelscheiben, Buch, Wechselkleidung, Butterkekse, Tempos, Pflaster, Trinkflasche, Salzstangen, Sandförmchen und -schaufel, Sonnenhut, Lieblingskuscheltier, Regenjacke, kleine Decke, Gaskocher, Steigeisen dabeihaben.
    Das alles wird in eine riesige, unförmige, hässliche… äh… nein, das hieß: praktische! Tasche gestopft, die erstaunlich gut das Gewicht des Kleinkindes ausgleicht.
  8. Die Sache mit dem Vorlesen – Mir persönlich bringt es ja total viel Spaß den Jungs vorzulesen, da die beiden dann immer ganz ruhig sind und sich gemütlich ankuscheln und alle mal für eine halbe Stunde herunterkommen und entspannen. Allerdings werdet ihr sehr viele Bücher immer und immer und immer wieder vorlesen müssen. Und sie bald alle hassen!
  9. Die Sache mit den Ferien – In all den Jahren meiner Schulzeit waren die Ferien, Feiertage und Freistunden das absolute Highlight. Aber nun bedeuten die schulfreien Tage einfach nur Arbeit, Arbeit, Arbeit – denn die Eltern haben in den wenigsten Fällen auch frei. Und ich habe immer noch ein Trauma von den Sommerferien!
  10. Die Sache mit der Zukunftsplanung – Hier müssen wir uns nach den Eltern richten, deren Erziehungsstil folgen und uns an ihre Regeln halten – und die Ideen der Hostparents stimmen nicht unbedingt immer mit den eigenen überein. Logische Konsequenz sind dann Gedanken wie: „Ich werde meinen Kindern später dies oder jenes nicht erlauben!“, „Meine Kinder werden das später gaaaaanz anders machen!“ oder „Wenn ich mal Kinder habe, dürfen die immer…“. Schlimm, schlimm, aber irgendwie auch lustig.

 

Warnung: Dieser Beitrag kann Spuren von Sarkasmus enthalten. Bitte nicht zu ernst nehmen. Mir geht’s immer noch gut!! 😉

Let’s talk about: Wenn deine Familie für dich an das andere Ende der Welt reist

Für mich ist es wirklich der absolut größte Liebesbeweis, dass Papa und Tom all die Kosten, Mühen und die Entfernung auf sich genommen haben und an das andere Ende der Welt geflogen sind. Nur um mich zu sehen. Und natürlich auch, um Neuseeland zu entdecken 😉 Mir ist bewusst, dass dies alles andere als selbstverständlich ist und ich weiß das wirklich wertzuschätzen. Die hohen Kosten, die lange Flugzeit, der Jetlag, die kurze Zeit – aber ich würde mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster lehnen und behaupten es hat sich mehr als gelohnt ! Nicht nur Neuseeland ist eine Reise wert, sondern es bedeutet auch ganz viel für mein Auslandsjahr, dass ich die beiden daran teilhaben lassen kann.

Ganz nah dran

Nicht nur durch Erzählungen, Bilder, Skypegespräche oder meinen Reiseblog – nein ganz nah dran und persönlich. Sie wissen nicht nur wo ich lebe, wie meine Gastfamilie ist, wie Neuseeland aussieht – Nein, sie haben es mit eigenen Augen gesehen.

Eine längere Zeit im Ausland, ganz egal, ob als Work&Travel, AuPair, im Studium oder einfach nur als Reise, es ist ein riesiger Teil des Lebens – man kann das sogar als Lebensabschnitt bezeichnen.

Und indem Papa und Tom nach Neuseeland gekommen sind, waren sie Teil dieses Lebensabschnittes. Sie können also verstehen, wovon ich rede, es braucht gar nicht viele Worte.

Wiedersehen nach langer Zeit:

Das Wiedersehen war besonders schön. Ich war den ganzen Morgen schon fürchterlich aufgeregt und konnte es gar nicht abwarten, die beiden wieder in die Arme schließen zu können. Hanjo hat sich sogar schon am Flughafen über mich lustig gemacht, weil ich überhaupt nicht still stehen bleiben konnte 😉 Als sie dann endlich durch die Absperrung in die Empfangshalle gekommen sind, kamen mir auch tatsächlich ein paar Tränen. Und Tom.. kann man sich vorstellen, wie riesig er geworden ist?? Als ich Deutschland verlassen habe, ging er mir noch bis zur Lippe, nun ist er genauso groß wie ich. Ich kann es nicht glauben und in dem Moment der Erkenntnis hatte ich das traurige Gefühl alles verpasst zu haben, wie er größer und „erwachsener“ wird. Was sich aber innerhalb kürzester Zeit aufgelöst hat – er ist immer noch so verpeilt wie vorher 😉 ❤

Family meets family

Was mir besonders gut gefallen hat, ist dass Papa und Tom sich so gut mit Abi und Lauch und den Jungs verstanden haben. Und natürlich auch anders herum. Es gab kaum Verständigungsprobleme und wir hatten so eine schöne Zeit zusammen. Den einen Abend sind sie zu uns gekommen und wir haben Pizza bestellt, Wein getrunken und ganz viel erzählt und gelacht. Am nächsten Tag sind wir dann alle gemeinsam noch brunchen gegangen. Ich glaube dadurch, dass meine Gastfamilie nun meine richtige Familie kennenlernen konnte, haben sie auch noch einmal einen besseren Eindruck über mich und mein Leben gewinnen können und ich habe den Eindruck, dass unsere Beziehung nochmal sehr viel intensiver wurde – im positiven Sinne 😉

Zum zweiten Mal Abschied nehmen

Zum zweiten Mal Abschied nehmen, aufgrund meines Auslandsaufenthaltes ist alles andere als schon. Klar. Aber letztendlich war es gar nicht Son schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich bin jetzt schon bald 7 Monate hier und es kommt mir vor wie maximal zwei. Dann werden jetzt die letzten Wochen sich anfühlen wie ein bis zwei Wochen und ehe sie sich versehen, bin ich auch schon wieder da 😉

10 Sätze, die ich als Kind gehasst habe und jetzt selber sage

Au-Pair sein kann ganz schön herausfordernd sein, vor allem wenn die Kinder sich wie der allerschönste Supernanny-Fall aufführen. Ganz klar bevorzugt in der Öffentlichkeit. Und immer wieder ertappe ich mich dabei, wie ich Dinge von mir gebe, die ich jahrelang als Kind gehört habe und eigentlich gehasst habe.. Tja, der Apfel fällt nie weit vom Stamm 😉

Problem: Die Jungs stochern lustlos im Essen herum und beschweren sich über alles möglichen Zutaten, obwohl es drei Tage zuvor noch ihr vermeintliches Lieblingsessen war und ich stundenlang in der Küche stand.

Antworten:

  1. „Es gibt Kinder in Afrika, die haben gar nichts zu essen. Die würden sich freuen.“
  2. „Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt. „

 

Problem: Trotz perfekt strukturierter und ausgeklügelter Argumentationen mit unanfechtbaren Gründen (weil, was ich sage, zählt) und hundertfachen Wiederholungen der Frage/Bitte/Aufforderung, hört einfach niemand und es passiert absolut, aber auch rein gar nichst.

Antworten:

3. „Ich zähle jetzt bis drei!“

4. „..Zwei…Zweieinhalb…Zweidreviertel…“

 

Problem: Die Jungs haben ihr Schlafzimmer voll mit Büchern und Spielzeugen und ihre Spielecke im Wohnzimmer. Definitiv genügend Platz zum Spielen. Da räumt man stundenlang auf, trägt alles hinterher, verfrachtet alles an seinen Platz.. Und zwei Minuten Später? Liegt das besch*** Lego wieder IN DER KÜCHE. Natürlich auch in allen Einzelteilen. Auf zehnfacher Bitte das aufzuräumen passiert natürlich nichts. Falls Antworten 3 und 4 nicht helfen, behelfe ich mir hiermit:

Antworten:

5. „Ich komme gleich mit einer Mülltüte in dein Zimmer und alles was nicht an seinem Platz ist, werfe ich weg!!“ (Als ob..)

6. „Müsst ihr eure Sachen überall verteilen?!“

7. „Als ich in eurem Alter war…(musste ich mein Zimmer aufräumen /die Glasflaschen zum Container bringen/…)“

 

Problem: Egal wo wir sind, überall gibt es fluffys, Eiscreme, McDonald’s,… Und jedes Mal fangen wir von vorne eine Diskussion an, warum man nicht jeden Tag so etwas kaufen kann. Und dann wird eine Dramashow vom Feinsten abgeliefert (Chapeau auf die schauspielerische Leistung by the way), wie sehr man ja hungrig wäre und wirklich ganz ganz dringend Essen bräuchte (die letzte Mahlzeit ist ja nicht gerade erst 10 Minuten her.. okay Spaß, ich hab dann auch schon wieder Hunger)

(mistgehassteste) Antwort:

8. „Wir haben noch Brot zuhause“

 

Problem: Die Jungs machen etwas, von dem sie ganz genau wissen, dass sie es nicht dürfen. „Aber … hat gesagt..“ und „Aber das war wirklich nicht meine Idee, die kam von …“ oder auch „Ich schwöre, dass ist nicht meine Schuld, ich habe nur gemacht was … gesagt hat!“

Antwort:

9. „Wenn … sagt spring aus dem Fenster, machst du das dann auch?!“

 

Problem: Fernsehen, Spielen, Powernappen .. alles ist wichtiger als Essen, auf die Toilette gehen, Hausaufgaben machen…

Antwort:

10. „(Schule/Mahlzeiten/Auf die Toilette gehen/…) geht vor !! “

 

 

Und das Beste an den Sätzen? Die Kinder geben angesichts zwingenden Logik sofort auf und gehorchen aufs Wort. Baaam! Alle Probleme gelöst.  Schließlich haben die Sätze auch mich auf der Stelle genervt  sofort horchen lassen. Klappt immer und garantiert, vor allem, wenn man sie jeden Tag ein paar Mal von sich gibt. Doppelt und dreifach hält besser. Versprochen!

 

Quelle: Titelbild

#traveluesday: Wie man in Neuseeland kostenlos Sport machen kann

Alle die mich kennen und jetzt nur die Überschrift gelesen haben, fangen bestimmt gerade ganz laut an zu lachen… Katha und Sport?! Ja ihr habt richtig gelesen, ich schreibe tatsächlich darüber, wie man in Neuseeland Sport machen kann – kostenlos wohlgemerkt. Aber keine Sorge, ich habe nicht angefangen, regelmäßig Sport zu machen. Nur weil man am anderen Ende der Welt ist kann man ja nicht seinen ganzen Lebensstil über Bord werfen. Mein Leistungssport-Diziplinen sind immer noch Netflix gucken und schlafen 😉

Aber zurück zu dem Grund, warum dieser Artikel entstanden ist: Alle Leute, die ich kenne, die in Neuseeland und/oder Australien unterwegs waren sind mit mindestens 10 Kilo mehr auf den Rippen wieder zurück nach Deutschland gekommen. Da habe ich mir natürlich Sorgen gemacht, da ich weder den besten Stoffwechsel habe und das mal easy wegstecken kann, noch grade sportlich motiviert bin und nicht regelmäßig Sport mache. Mein Glück: eine Familie, in der es nur Gemüse und Vollkorn gibt; zwei Kinder, die mich ordentlich auf Trab halten und einen Freund, der voller Verzweiflung auf kreative Ideen kommt. Denn sind wir mal ehrlich, wer will schon 100-200$ im Monat für ein Fitnessstudio ausgeben?! Die hat man als Au-Pair oder Backpacker nun mal nicht übrig, es sein denn man macht bei den Reisen Abstriche, aber das ist ja nun auch nicht der Sinn der Sache. Daher hier also 3 Ideen, wie man kostenlos Sport machen kann (und damit ist nicht 0815 joggen gemeint):

  1. Mit Kindern auf dem Spielplatz toben – Ja das ist Sport! Wenn man sich nicht auf die Bank in den Schatten setzt und nur mal kurz die Schaukel anschubst, sondern mit den Kindern Ticken mitspielt und alles andere auch mitmacht. Ich meine, wer möchte denn nicht wieder Kind sein und auf einem Spielplatz spielen?! Da sind so ein paar AuPair Kinder doch das allerbeste Alibi;) Ich muss zugeben, ganz oft setze ich mich auch nur auf die Bank in den Schatten und passe auf, dass sich keiner der Jungs verletzt oder dass sie nicht anfangen sich mit Stöckern zu bekämpfen und genieße einfach die Stunde, die ich mal Pause habe. Aber wenn man wirklich die Absicht hat Sport zu machen, ist das eine gute Möglichkeit, um sich kostenlos und ganz nebenbei mal auszupowern und zu bewegen. Zusätzlich kann man ja sich noch die Fahrräder oder Roller schnappen und eine Fahrradtour zu einem entfernteren Spielplatz machen 😉 So werde ich quasi zum Sport machen gezwungen …
  2. Reisen und Wandern – Da Sightseeing in Neuseeland überwiegend aus Wandern zu Naturspektakeln besteht, macht man quasi Sport und bewegt sich, wenn man gleichzeitig auf Reisen ist. Wenn das nicht mal Multitasking ist. Ich muss sagen, ich hasse Wandern und habe auch ehrlich gesagt so gar keinen Spaß dran. Ist halt im Prinzip genauso langweilig wie joggen, nur ohne Seitenstechen 😀 Aber wenn man loswandert mit dem Hintergedanken, bald an einem einmaligen Naturspektakel anzukommen, Wasserfälle zu sehen, versteckte Buchten zu entdecken und die unfassbar wunderschöne und atemberaubende Natur Neuseelands zu erkunden, dann ist das Entschädigung genug für die Qualen 😉 Also einfach mal eine Tageswanderung am Wochenende (z.B das Tongariro Crossing oder im Abel Tasman Park) machen oder sich vornehmen regelmäßig kleine ein- bis zweistündige Wandertracks abzulaufen. Sightseeing und Sport mit einer Klappe geschlagen!
  3. Kreative Fitnessgeräte – Ich muss sagen, die Idee kam nicht von mir, sondern von Hanjo, aber diese ist so genial, die muss hier einfach mit aufgelistet werden!! Hanjo hat ja nun wirklich einen Bewegungsdrang und geht in Deutschland ja regelmäßig trainieren, aber auch er hat schließlich kein Geld über für ein überteuertes Fitnessstudio. Also muss man eben kreativ werden und Abhilfe schaffen. Sein „Fitnessstudio“ besteht nun aus Wasserkanistern aus dem Supermarkt. Die gibt auch nämlich auch in großen Wassermengen: 4l, 6l, 10l und diese lassen sich super als Hantel zweckentfremden. Und das für nur sehr wenig Geld. Zudem sind die Wasserkanister aus dem Supermarkt super stabil. Wenn man also ein Home-Workout macht, muss man sich hier noch nicht mal teure Trainingsgeräte anschaffen und wenn man im Auto lebt nutzt man einfach die Wasserkanister als Hanteln, die Wäscheleine als Springseil oder andere Gegenstände, die man gerade zur Hand hat, zum trainieren.

 

Wie auch immer man versucht die 10 Kilo extra zu verhindern, ist jedem selbst überlasen. Ich denke vorrangig ist es wichtig seine Zeit hier zu genießen und nach einem anstrengenden Tag gerne mal ins Bett fallen und ein Stück Schokolade zu verdrücken. Diese Zeit ist so einmalig, man sollte die nicht damit verschwenden, sich darüber Gedanken zu machen abzunehmen! In diesem Sinne: Hat jemand Serienempfehlungen für Netflix?

Aus dem Kindermund – Best of Archie & Jasper

Mittlerweile könnte glaube ich ein Buch schreiben, über all die lustigen Dinge, die die Jungs von sich geben! Vor allem wenn wir vom Kindergarten nach Hause fahren und die Jungs einfach völlig erschöpft all ihre wirren Gedanken von sich lassen, muss ich mich echt zusammenreißen, dass ich vor lauter Lachen überhaupt noch Autofahren kann! Da das nun kein ganzes Buch werden soll, kommen hier meine persönlichen Highlights:

♥Archie’s ganzer Name ist eigentlich Archibald. Das erzählt er auch bei jeder Gelegenheit. Zusätzlich geht es dann immer weiter mit „…mein Papa heißt Lauchlan Cameron…Mama heißt Abigail Bennett .. und das ist Jasper Cameron…“ und so weiter und so fort mit allen weiteren Familienmitgliedern, die ihm einfallen, dessen vollen Namen er kennt..

Jasper als kleiner Bruder kopiert natürlich gerne und erzählt nun auch ständig alle Namen der Familie. Als ich ihn letztens gefragt habe wie sein ganzer Name (der übrigens Jasper Cameron ist) sei, sagte er: „Jasper bald Cameron“ 😀 (weil Archie = Archibald)

Alleine das ist ja schon süß, viel witziger macht es die Tatsache, dass „bald“ ja auch noch glatzköpfig auf deutsch bedeutet, wenn es nicht grade zum Namen gehört..

♥Ein anderes Mal haben wir wieder über die Namen gesprochen. Lauch und Abi sind nicht verheiratet, daher ist sein Nachname Cameron und ihrer Bennett. Das weiß Jasper natürlich nicht – generell hat er glaube ich noch keine Ahnung was „verheiratet sein“ überhaupt bedeutet. Als ich ihn dann gefragt habe, ob er denn auch meinen richtigen Namen kennt, denn die Jungs nennen mich immer nur Katie und ich habe auf Katharina angespielt, Jasper überlege kurz und sagte dann : „Katie Bennett“. Ich fragte ihn daraufhin, wieso er glaubt, dass ich Katie Bennett heiße. Seine Antwort war: „Weil du ein Mädchen bist“…

Ich heiße zwar nicht Katie Bennett, aber seine Überlegung hat durchaus Hand und Fuß 😉 Schließlich heißen alle „Jungs“, sprich Lauch, Archie und Jasper Cameron mit Nachnamen Cameron und Abi, die Frau im Haus, Bennet… muss also der Name für die „Mädchen“ sein 😉

♥ Das Abi hier die Hosen anhat, haben mittlerweile auch die Jungs mitbekommen 🙂 Wieder mal im Auto hat Archie mich gefragt, ob ich ihn denn auch vom fernsehen bannen könne, wenn er etwas ungezogenes macht (ich will gar nicht wissen, was er geplant hatte.. 😀 ). Daraufhin meinte ich, natürlich, wenn ich „in charge“, also das Sagen habe, dann könne ich ihn vom TV bannen, wenn es notwenig sei. Dann fragte er, ob das auch gelte, wenn Mum zuhause sei, denn sie sei ja „in charge of everything“… dem Haus, dem Essen, den Jungs „sogar Daddy“ meinte er dann. Als ich dann gefragt habe, wieso sie sogar das Sagen über Lauch hat, denn er ist ja schon erwachsen, überlegte Archie und sagte …“Mh, well… you’re right.. let’s just say Daddy is in charge of the garage“. Ab da konnte ich nicht mehr vor Lachen.. 😀 Armer Lauch… immerhin was die Garage betrifft, hat er noch ein Wörtchen mitzureden. Obwohl Archie das schon so formuliert hat, als würden wir jetzt einfach mal so tun, er hätte ein Bestimmungsrecht über die Garage, da es ja sonst nichts in seinen Augen gibt 🙂

♥ Jasper war erkältet und hat im Auto ganz doll gehustet. Archie hat ihm dann erstmal erklärt, dass man sich die Hand vor den Mund halten muss, oder noch besser, man hustet in den Ellbogen, um seine Bakterien nicht überall zu verteilen. Das hat er schließlich im Kindergarten gelernt und Jasper ganz wichtig gezeigt. Jasper guckt ihn total schockiert an und ruft „Aber dann wird mein Ellbogen doch auch krank!“

 

♥ Mit Jasper gehe ich jeden Donnerstag regelmäßig zur „Playgroup“. Davon gibt es viele verschiedene in Neuseeland. Einige sind privat organisiert, andere durch Organisationen wie Plunket oder ähnliches. Eigentlich nur ein fester Ort und eine feste Zeit, in der sich Mütter/Väter mit ihren Kindern treffen (meistens im Alter von 1-4). Um ehrlich zu sein, ist es eher eine Gelegenheit für alle Mütter Kaffee zu trinken, zu tratschen und mal eine ruhigere Zeit zu haben, wenn die Kinder alle zusammen spielen. Unsere Playgroup wird von Celia geleitet und findet in einer Plunket-Klinik statt. Das ist keine richtige Klinik, sondern eher ein Zentrum in dem Frauen Unterstützung bei der Schwangerschaft und Eltern Tipps zur richtigen Erziehung bekommen, und wo geschaut wird, ob sich die Kinder richtig entwickeln. Im Prinzip so etwas wie ein Kinderarzt und eine Hebamme in einem, nur ohne den medizinischen Teil. Da die Plunketklinik auch ein Badezimmer und eine kleine Küche hat und im Spielraum jede Menge Sofas und Stühle stehen, sieht es ein bisschen aus wie eine halbe Wohnung – zumindest für ein Kind absolut vorstellbar. Jasper geht also zu Celia und fragt völlig verwundert: „Wo schläfst du denn hier? Hast du gar kein Bett?!“

 

♥ Wir haben letztens Brownies gebacken und die Jungs saßen ganz erwartungsvoll die gesamten 20 Minuten vor dem Backofen und haben die Schokoladenküchlein „fertig gestarrt“. Als es dann endlich soweit war und ich das Blech aus dem Ofen nehmen konnte, musste ich die Jungs noch ein weiteres Mal auf die Folter spannen – diesmal mussten sie warten, bis die Brownies etwas abkühlen. Die Beiden sind also zum Spielen abgezischt und ich bin auf die Toilette gegangen. Komme ich wieder und entdecke ganz viele kleine komische Löcher im Kuchen 😀 Ich frage die beiden also, warum da Löcher drin sind. Jasper tut völlig ahnungslos, guckt mich mit goßen Augen an und sagt er hätte absolut keine Ahnung… Archie springt dann ein und sagt völlig ernsthaft „Ja da war so eine Sache.. du weißt.. “ .Denkpause. „Kannst du dich noch an meinen Dinosaurier erinnern?“ Denkpause. „Ja, den habe ich grade erwischt, als er den Kuchen gegessen hat…“ Ich gucke ihn ungläubig an und er fügt noch schnell hinzu: “ Keine Sorge, ich habe schon mit ihm geschimpft, Katie, das brauchst du nicht mehr tun!“ Und die beiden rennen schnell weg… Dinosaurier also.. – Als ich Kind war, hat der Weihnachtsmann die Wände angemalt… Dinge gibt’s…

Let’s talk about: Lifestyle in der Sparversion

Zuhause habe ich es geliebt regelmäßig in Restaurants essen zu gehen, in Hamburg oder Lübeck shoppen zu gehen oder auch hin und wieder ins Kino, um einen Film zu schauen. Doch das mit einem AuPair-Gehalt, mit dem man reisen möchte? Geht auch, man muss nur wissen wie!

 

Essen gehen:

Tatsächlich ist in Neuseeland das Essen gehen unfassbar teuer, es sei denn man beschränkt sich auf Fish&Chips, doch das ist zumeist super fettig und liegt mir jedes Mal schwer im Magen. Und sind wir mal ehrlich: fancy und schick essen gehen ist irgendwie auch etwas anderes 😉

Die Lösung? Night Markets! Die gibt es überall verteilt in neuseeländischen Städten und finden regelmäßig statt. Das sind Märkte mit vielen Ständen und Foodtrucks auf denen überwiegend asiatische Gerichte angeboten werden. Zusätzlich gibt es dann auch immer noch etwas größere Night Markets, die sehr zentral stattfinden und mit DJ, Tanzfläche, Cocktails und netter Beleuchtung ausgestattet sind. Mein liebster war bisher der Auckland Night Noodle Market hier. Natürlich kann man hier auch ein Vermögen lassen, aber wenn man sich auf ein oder zwei Sachen beschränkt und noch ein oder zwei Drinks sich leistet, dann sind die Kosten auf jeden Fall überschaubar und man hat einen unvergesslichen Abend!

 

Kino:

Kino kann hier ganz schön ins Geld gehen, tut es ja in Deutschland schon, wenn man z.B. an das Cinemaxx denkt. Wer sich allerdings eine Vodafone Simkarte holt kann auf tolle Friday Deals hoffen, bei denen auch immer Kinotickets für 11$ in ausgewählten Kinos (jeder Film, jeder Tag) angeboten wird. Kino zum halben Preis – da ist dann ja gleich auch noch das Popcorn drin 😉

 

Events:

In Auckland gibt es einige Bars, die hin und wieder tolle Event schmeißen mit Häppchen, Cocktails, DJ, Tanzfläche, Rooftop-Pools inklusive pinken Flamingos und jeder Menge Lichterketten. Oft ist der Eintritt sogar kostenlos und man muss nur die Speisen und Getränke vor Ort bezahlen. Aber wenn man einfach mal mit Freunden etwas tanzen gehen möchte und nur ein Glas Wein trinkt, dann ist das die perfekt Alternative auf fancy Events zu gehen ohne viel Geld auszugeben. Checkt einfach mal die Facebook-Veranstaltungen in und um Auckland – ihr werdet mit Sicherheit fündig 😉